🇩🇪Langkawi – Unser Abenteuer in den Mangroven

Von Penang geht es für uns mit der Fähre auf die Nachbarinsel Langkawi. Da die Fähre um 8.30 Uhr bereits ausgebucht war, machen wir uns erst gegen Mittag auf den Weg zur Fähre.

Ich war zwar von der Schiffsfahrt nicht sonderlich begeistert, aber „Speedboot in 3 Stunden“ hörte sich recht vielversprechend an. Auf den ersten Blick gibt es an dem Boot auch nichts auszusetzen. Es gibt sogar einen Fernseher an Board. Ich finde die Filmauswahl mit „Hellboy“ zwar nicht sonderlich ansprechend, aber es gibt schlimmeres. Zu dem Zeitpunkt ahne ich jedoch noch nicht, dass die Fahrt nicht ganz so reibungslos ablaufen wird wie gedacht.

Bei Abfahrt war von Wellen im Meer noch nichts zu erkennen und alles war windstill. Jetzt, 30 Minuten später, wackelt es bereits ordentlich. „Wieso bin ich eigentlich immer die Einzige, der bei diesem Geschaukel schlecht wird?“, frage ich Alex ganz genervt. Nicht mal 5 Minuten später werde ich allerdings belehrt, dass ich gar nicht mal so schlimm dran bin. Die Leute wanken den Korridor entlang, um sich eine Spucktüte zu holen.

Die Frage, ob ich eine Tüte benötige, stellt sich mir erst gar nicht, weil nach 5 Minuten alle Tüten weg sind. Das Gewürge der Menschen und die unangenehmen Gerüche lassen nicht mehr lange auf sich warten. Im Fernsehprogramm läuft immer noch Hellboy. Obwohl uns auch übel ist, müssen wir doch über diese absurde Situation lachen.

Wir überstehen die Fahrt mit dem Kotzboot unversehrt, freuen uns aber als wir nach 2,5 Stunden endlich in Langkawi ankommen. Das Boot hat die Fahrt nicht ganz so gut überstanden. Da die Tüten leer waren, könnt ihr euch ungefähr vorstellen, wie es dort aussah (bitte nicht zu bildlich 😂).

Das Kotzboot von außen

Mit dem Auto ging es für uns eine Stunde zur Unterkunft, wo auch schon der nächste Schreck auf uns wartete. Erst mal sagte man uns, dass es unser Hotel nicht gäbe. Als wir es aber dann doch fanden, gab es keine Reservierung auf unseren Namen. Normalerweise ruft die Rezeption dann immer bei Booking an und merkt schnell, dass alles gebucht und bezahlt ist. Die Dame versuchte allerdings erst gar nicht anzurufen und war auch sonst nicht sonderlich bemüht das Problem zu lösen, weil alle Zimmer seien ohnehin besetzt. Nach einer 30-minütigen Diskussion fand sie schließlich doch unsere Reservierung und brachte uns für eine Nacht in dem luxuriöseren Nachbarhotel unter. Da wir am nächsten Tag schon früh zu einem Ausflug aufbrechen mussten uns keine Zeit für den Umzug blieb, machten wir mit ihr aus unser Gepäck am nächsten Morgen ins Büro zu stellen. Wahrscheinlich könnt ihr es euch schon denken, dass wir am nächsten Morgen vor verschlossener Tür standen.😂

Die Mangroventour

Die Mangroventour in Langkawi – ein absolutes Must-do, wenn es einen hierhin verschlägt. Nach Indonesien ist Malaysia das Land mit den meisten Mangrovenarten. Insgesamt 45 Mangrovenspezies lassen sich in Langkawi finden. Wir haben uns dazu entschieden die Tour mit dem Kanu 🛶 zu machen!

Um 8 Uhr werden wir von einem Shuttlebus abgeholt und fahren auf die andere Seite der Insel in den Kilian Geoforest Park. Dort werden wir in unsere Gruppen eingeteilt und uns ein Guide zugeteilt. Insgesamt sind wir 9 Leute in der Gruppe. Ein Pärchen aus Hongkong, eins aus Japan und eine Familie mit einem 6-jährigen Jungen aus China.

Bevor wir mit der Kanufahrt loslegen, machen wir mit dem Motorboot einen Halt in der Fledermaushöhle. In Langkawi lebt sowohl die größte Art von Fledermaus, als auch die kleinste. Unser Guide erklärt uns, dass die Fledermäuse gerade Junge haben. Die Weibchen erkennt man daran, dass sie mit 2 Beinen von der Decke hängen. Die Männchen hingegen hängen nur ganz lässig an einem Bein. 🦇

Hinter der Höhle sehen wir die ersten Mangroven. Und auch die Affen lassen nicht lange auf sich warten. Angst vor Menschen haben die Affen nicht. Wir wurden extra darauf hingewiesen keine Plastiktüten mitzunehmen und unsere Rücksäcke im Boot zu lassen. Die Affen klauen sich nämlich einiges zusammen und machen auch vor einem Reißverschluss nicht Halt. Das Füttern ist strengstens verboten, weil der Müll sonst in den Mangroven liegen bleiben würde. Ein Affenmännchen hat übrigens 15-20 Affenweibchen, wie uns unser Guide erklärt. 🙈

Danach geht es endlich los mit den Kanus. Die anderen Teilnehmer unserer Gruppe sind vorher noch nie Kanu gefahren. So können wir die Natur etwas länger genießen, während wir auf die anderen warten.

Langkawi ist nicht nur zu 60% mit tropischem Regenwald bedeckt. Man findet hier über 180 Vogelarten und fast 600 Schmetterlingsarten. Einen Vogel, den wir ganz häufig sehen, ist der Adler 🦅. Die Schlangen kommen in den Mangroven nicht gut an die Eier der Adler ran, weshalb sie sich vermehren können.

Unser Guide erklärt uns, dass vor 2 Tagen ein Tsunami in Langkawi gewütet hat, bei dem zum Glück niemand verletzt wurde. Die Bevölkerung wohnt trotzdem gerne in der Nähe der Mangroven, weil er als sicherer Ort gilt. Allerdings finden die Bewohner mindestens einmal pro Tag eine Schlange in ihrem Haus 😱.

Der Vorteil an der Kanutour ist, dass wir auch in die ganz kleinen Mangrovenstraßen kommen. Dabei müssen wir besonders aufpassen, dass keine Schlange in unser Kanu fällt. Die wurden aber wahrscheinlich alle von dem Geschrei der chinesischen Familie vertrieben. Mit dem Speed haben sie es schon ganz gut raus, aber mit den Richtungen nicht. Das endet darin, dass sie mit Vollgas gegen jeden Baum fahren oder sich sogar darin verfangen und der Guide zu Hilfe eilen muss 😂.

Nach 3 Stunden Kanufahrt sind alle erlöst und es gibt noch ein gemeinsames Mittagessen bevor alle wieder zur Unterkunft gefahren werden.

Als wir bei unserer Unterkunft ankommen, wird uns stolz unser Zimmerschlüssel in die Hand gedrückt. Müde betreten wir unser Appartment, in dem nicht nur das Bett benutzt, sondern auch der Rest nicht geputzt ist und Handtücher auf dem Boden verteilt liegen. Nach 10 Sekunden sind wir rückwärts aus dem Zimmer wieder draußen. In 8 Stunden hat niemand es geschafft das Zimmer aufzuräumen, weshalb wir noch mal eine halbe Stunde warten müssen. Eigentlich kein Problem, aber auch danach fehlt immer noch ein Fenster und auch in der Toilette haben kleine Untermieter freien Eintritt. Unser abendliches Ritual besteht daher meistens daraus Frösche und Salamander wieder auszusetzen, die sich zu uns verirrt haben 🐸.

Die Gondelfahrt und die Skybridge

Für die nächsten zwei Tage mieten wir uns einen Roller und wagen uns das erste Mal in den Linksverkehr. Die Straßen sind alle gut asphaltiert und es herrscht mäßiger Verkehr, was zum Üben ganz gut ist.

In den frühen Morgenstunden machen wir uns auf den Weg zur Seilbahn. Die Seilbahn gilt als eine der steilsten der Welt. Da wir so früh dran sind, müssen wir nicht lange warten und haben sogar eine Gondel für uns alleine. Als wir am ersten Aussichtspunkt ankommen, folgt die Ernüchterung. Um uns herum gibt es keine tolle Aussicht, sondern nichts als Wolken. Alles ist weiß!

Wohl wissend, dass uns weiter oben kein besserer Anblick erwartet, nehmen wir die Seilbahn bis zur letzten Station.

Nach einem Frühstück verziehen sich die Wolken doch noch und die Sonne und die super Aussicht kommen zum Vorschein.

Durch einen kleinen Dschungel kommen wir zu der 700 Meter hohen und 125 Meter langen Skybridge. In der Brücke sind unterwegs immer wieder Glasscheiben auf dem Boden angebracht…Nervenkitzel pur.

Da oben waren wir 🙂

Mittlerweile klettern die Temperaturen über 30 Grad…Zeit für eine Abkühlung. Wir müssen zuerst den steilen Weg zur Spitze des Sevenwells Waterfalls bewältigen, bevor wir das kalte Wasser geniessen können. Nach dem wir den Wasserfall auch von unten bestaunt haben, schwingen wir uns wieder auf den Roller.

Die restliche Tour machen wir quasi der Nase nach. Dabei entdecken wir einen anderen Wasserfall, den Temurun Wasserfall, der längste Wasserfall Langkawis.

Temurun Wasserfall

Ein kleines Stück weiter liegt ein schöner Sandstrand, an dem wir ebenfalls eine kurze Pause einlegen. Die Besonderheit ist, dass in der Umgebung viele Affen leben, die einen am Strand besuchen kommen…oder sich am Picknickkorb bedienen.

Die 3 Tage in Langkawi gehen leider viel zu schnell vorbei. Die Abende verbringen wir am liebsten am Cenang Beach, der nur 10 Gehminuten von unserem Hostel entfernt liegt. An dem 2,5 km langen Strand können tagsüber alle möglichen Wassersportarten ausprobiert werden. Gegen Abend kommen die meisten hierher, um bei einem kalten Getränk am Strand den Sonnenuntergang zu sehen. Dabei gehören auch die Feuerkünstler dazu, die überall am Strand ihre Performance zum Besten geben.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s