🇩🇪 Tag 59-63 – Teeplantagen und Erdbeeren in den Cameron Highlands

Vom Meer aus fahren wir direkt in die Berge. Mit kleinen engen Vans werden wir in 6 Stunden in die Cameron Highlands gebracht. In dem Namen steckt nicht umsonst das Wort „high“. Die Landschaft ist bekannt für Ihre Plateaus mit ansteigenden Hängen, die bis zu einer Höhe von 2000 Metern reichen.

In den ersten Genuss der Höhen kommen wir bereits nach Ankunft. Unser Busfahrer, der geschätzt zwischen 75 und 80 Jahren ist, hat alle Hostels durcheinander gebracht. Das Hostel, bei dem wir raus gelassen wurden, ist 20 Gehminuten von unserem richtigen Hostel entfernt. Mit unseren insgesamt 45 kg Gepäck auf den Schultern kommen wir trotz der kalten Temperaturen ganz schön ins Schwitzen.

Statt eines Hostels haben wir überraschenderweise ein Zimmer in einer Wohnung, in der insgesamt 3 Parteien wohnen. Fast jeden Tag haben wir neue Mitbewohner aus den verschiedensten Ländern. Mit einem Pärchen von den Malediven verstehen wir uns besonders gut und sitzen abends oft zusammen. Wenn wir dann von der Weltreise erzählen, läuft es meisten immer gleich ab. Wir werden gefragt, ob wir auch in das oder das Land fahren und, wenn wir verneinen, sind die Leute ganz schockiert. Dabei sind wir schon stolz auf unsere 14 Länder, die wir bereisen.

Das Frühstück findet in einem anderen Gebäude statt. Unsere Hostelbesitzerin Charen backt jeden Tag frisches Brot für alle Gäste und das gibt es verschiedene selbstgemachte Marmeladen 😊

In den Cameron Highland gibt es verschiedene Dschungelwanderung. Bei manchen muss man sich aufgrund der Wege und der giftigen Dschungelbewohner sogar vorher beim Hostel anmelden. Wir entscheiden uns für ein paar einfache Wanderungen ohne Adrenalinkick und landen beim Parit Wasserfall.

Unser nächstes Ziel ist eine Erdbeerfarm. Die Cameron Highlands sind der einzige Ort in Malaysia, an dem Erdbeeren angebaut werden können. Daher findet man verschiedene Erdbeerfarmen, die man allerdings mit den Feldern in Deutschland nicht vergleichen kann.

Die Erdbeerplantage

Außer Erdbeeren kann man auch Erdbeerkuchen, Marmelade, Sirup, Erdbeertee und Kaffee kaufen. Viele Einheimische kommen auch mit ihrer Familie für einen Kaffee in die Plantage.

Die Erdbeeren sind für malaysische Verhältnisse zwar nicht so günstig, aber wir können es kaum erwarten unsere Schale zu plündern.

Am nächsten Tag haben wir einen Halbtagesausflug gebucht. Um 8 Uhr früh werden wir mit einem Jeep zur Tour abgeholt. Mit 8 Leuten ist es zwar ganz schön eng, aber wir kommen schnell an unser Ziel.

Hier noch ein kurzer Fun Fact: Die Cameron Highlands haben mit mehr als 10 000 Land Rovern die höchste Dichte der Welt. Solange das Gelände nicht verlassen wird, werden sie sogar steuerlich begünstigt.

Unser erstes Ausflugziel sind die BOH Teeplantagen. Die Region ist nämlich nicht nur wegen seiner Erdbeeren so beliebt, sondern auch wegen der Teeplantagen. Die BOH Plantagen wurde 1929 eröffnet und war damit die erste Teeplantagen der Region. Bis heute ist sie gleichzeitig die erfolgreichste.

Die Teeblätter müssen jeden Tag geschnitten werden…und das sind nicht gerade wenige. Deshalb werden viele Gastarbeiter aus z.B. Bangladesh beschäftigt. Der Tee, der jeden Tag hergestellt wird, reicht für 820 000 Tassen 🙂

Für die Zubereitung des Tees werden alte Maschinen verwendet, die wir besichtigen können. Ein Film über die Teeproduktion wird uns ebenfalls gezeigt.

Heute ist in Malaysia ein Feiertag, weshalb die Teeplantage ziemlich überlaufen ist. Um noch eine Tasse des berühmten Boh Palais Supreme Tees zu ergattern, reihen wir uns schon früh in die lange Schlange mit ein.

Das zweite Ziel ist der Mossy Forest. Auf den steinigen und schlammbesetzten kurvigen Straßen zahlt sich der Jeep aus.

Unser Guide erklärt uns, dass manchmal Eintritt für die Wanderung verlangt wird und sich ein Besuch, aufgrund des überteuerten Preises, in dem Fall nicht lohnt. Wir haben Glück. Heute sitzt kein Kontrolleur am Eingang, so dass wir einfach drauf loslaufen und alles auf eigene Faust entdecken können. Das erste Stück führt über einen Holzsteg bis zu einem Aussichtsturm, von dem man einen schönen Ausblick hat.

Wir laufen über den Holzsteg hinaus weiter. Dort verstehen wir dann, wie es zu dem Namen „Mossy Forest“ kommt. Um uns herum gibt es nichts als mit Moos bekleidete Bäume. Bevor wir zurück laufen, haben wir noch eine außergewöhnliche Begegnung mit einem Motorradfahrer, der in seiner vollen Montur versucht durch den Mossy Forest zu laufen und uns um ein gemeinsames Foto bittet.

Alex im Mossy Forest

Am letzten Tag nehmen wir bei einer chinesischen Teezeremonie teil, die bei unserer Hostelbesitzerin Charen stattfindet.

Als erstes erklärt sie uns, warum und wann man eine Teezeremonie durchführt. Die Zeremonie kann eigentlich immer durchgeführt werden, beschränkt sich aber oft auf besondere Anlässe. Kein Wunder, denn 1 kg dieses Tees kosten um die 25€.

Der Tee wird vom ältesten Familienmitglied zubereitet werden und die Gäste probieren den Tee auch erst, nach dem der Gastgeber getrunken hat. Das rührt aus früheren Zeiten her und sollte dem Gast zeigen, dass der Tee nicht vergiftet ist.

Insgesamt 5 Aufgüsse gibt es von dem Tee, die alle unterschiedlich schmecken. Nach dem einschenken muss der Tee in eine andere Tasse umgegossen werden, bevor man ihn probieren kann. Eine richtige Herausforderung. Die erste Teerunde wird von dem Gastgeber ausgeschenkt. Die darauffolgenden Runden muss jeder seinem Sitznachbarn einschenken. Dieser bedankt sich daraufhin mit einem Klopfen auf dem Tisch. Falls sich euch mal die Gelegenheit ergibt an so einer Zeremonie teilzunehmen, solltet ihr das unbedingt tun. Wir hatten sehr viel Spaß mit unserer kleinen Gruppe 🙂

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