🇩🇪Singapur – Liebe auf den zweiten Blick

Von Melaka geht es für uns 250 km nach Singapur. Mit dem Bus reisen wir mal wieder bequemer als mit dem Flugzeug. Internet an Board, große bequeme Sitze und diese haben diesmal sogar eine Massagefunktion 😱

Spa-Programm im Bus nach Singapur

Singapur ist ein Stadtstaat, so dass wir auch hier an der Grenze zu Malaysia aussteigen und eine längere Kontrollprozedur über uns ergehen lassen müssen. Das Gepäck müssen wir ebenfalls mitnehmen. Glücklicherweise haben wir die Einreisekarte schon im Vorfeld ausgefüllt, so dass wir uns einfach anstellen und auf den nächsten freien Schalter warten.

Am Schalter müssen wir unsere Fingerabdrücke abgeben und unsere Pässe vorzeigen. Die Kontrolle scheint hier recht streng zu sein. Alex, der vor mir fertig ist, darf sogar auf der anderen Seite nicht auf mich warten, sondern muss zum Busbahnhof zurücklaufen.

Während wir an der kambodschanisch-thailändischen Grenze vom Bus sogar Umhängeschilder mit dem Treffpunkt nach Grenzkontrolle erhalten haben, läuft hier alles etwas planlos ab. Im Busbahnhof gibt es ungefähr 10 Busse, die so aussehen wie unser Bus. Von unserem vorherigen Busfahrer fehlt jede Spur. In Singapur gibt es verschiedene Endhaltestellen, die kilometerweit auseinander liegen. Ein wahlloser Einstieg kommt daher nicht in Frage. Nach 15-minütigem Rumirren erfahren wir, dass wir in einen anderen Bus einsteigen müssen.

Vom Bus aus können wir die Marina Bay Sands bereits sehen,aber so richtig will der Funke nicht überspringen. „Ich habe mir das irgendwie spektakulärer vorgestellt“, sage ich zu Alex, der ganz meiner Meinung ist.

An der Endhaltestelle machen wir uns erstmal auf die Suche nach der Bushaltestelle und Fahrkarten. Die Fahrkarten werden direkt im Bus gekauft. Wenn man das Geld nicht passen dabei hat..Pech für dich, Wechselgeld gibt es nämlich keins.

An der Bushaltestelle lernen wir eine Thailänderin kennen, die seit einem Jahr in Singapur lebt. Mit ihrer Hilfe schaffen wir es an der richtigen Haltestelle auszusteigen. Das ist in Singapur nicht so einfach, weil manche Haltestellen nur Nummern haben oder bei längeren Straßen sogar doppelt benannt sind.

Am Abend machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Unser erstes Ziel ist der Garden by the Bay. Schon aus weiter Ferne funkeln die großen Supertree Groves um die Wette. Zweimal am Abend kommen Touristen hier in den Genuss der sogenannten Garden Rhapsody. Im Takt von klassischer Musik funkeln die Bäume in verschiedenen Farben und Varianten. 15 Minuten dauert das Spektakel, das wirklich atemberaubend ist.

Wir laufen am Abend noch die Promenade entlang und bestaunen die Skyline. Uns kommen viele Jogger und Radfahrer entgegen, was uns heimisch und vertraut vorkommt. Solche normalen Dinge haben wir die letzten Wochen nicht gesehen.

Mit einem kühlen Getränk bestaunen wir die Marina Bay Lasershow. Nicht mal 3 Stunden nach meiner Das-habe-ich-mir-spektakulärer-vorgestellt-Aussage bin ich mehr als fasziniert von dieser Stadt. Ich schmiede sogar insgeheim schon Auswanderungspläne.

Am nächsten Morgen fahren wir wieder in die Innenstadt. Auch bei Helligkeit bin ich gleichermaßen angetan von der Metropole. Unser Spaziergang führt uns zum Merlion, dem Schutzpatron Singapurs. Der Löwenkopf steht für Stärke, während der Fischkörper die Verbundenheit mit der See symbolisiert.

Der Name “Singapur” bedeutet übersetzt übrigens “Löwenstadt”. Mit mehr als 11 Millionen ausländischen Touristen pro Jahr zählt Singapur zu den 10 meistbesuchte Städten der Welt.

Im Internet erfahren wir von einer kostenlosen geführten Walking Tour. Wir entscheiden uns für die Tour durch Kampong Glam, die um 10 Uhr morgens beginnt. Außer uns gibt es noch ca. 20 andere Touristen, die an der Tour teilnehmen.

Unser Guide erklärt uns, dass das Ziel dieser Tour ist, ein wenig hinter die Fassade zu blicken. Es werden weniger die Touristenhighlights,sondern vielmehr die Insider vorgestellt. Als erstes führt uns unser Guide namens Jen in das Gotham City der Stadt. Den Namen erhielt das Viertel, aufgrund der großen und ungewöhnlichen Gebäude, die aussehen als seien sie Teil eines Batman Streifens. In einem davon befindet sich eine der angesagtesten Bars der Welt. Ihr wollt lieber nicht wissen, wie viel dort ein Cocktail kostet 😱

Die Haji Lane ist die engste Straße Singapurs. Bei Touristen ist sie nicht nur wegen der bunten Strassenmalereien, sondern auch wegen der Boutiquen beliebt. Öffnungszeiten gibt es hier übrigens nicht. Die Besitzer öffnen und schließen die Läden nach Lust und Laune.

Haji-Lane

Singapur ist ein multiethnischer Staat, in dem vorwiegend Malaien, Chinesen und Inder die größten Bevölkerungsteile darstellen. Amtssprachen gibt es insgesamt 4 (Englisch, Chinesisch, Malaiisch und Tamil), wobei Englisch mit 37% die meist gesprochene Sprache ist.

In Singapur gibt es, wie auch in Kuala Lumpur, verschiedene Stadtteile wie z.B. Chinatown oder Little India. Trotz der verschiedenen Religionen ist man in Singapur sehr tolerant. Jen zeigt uns die sogenannte “Harmony Street”. Dicht an dicht finden wir eine katholische Kirche, einen hinduistischen Tempel, einen taoistischen Tempel und eine Moschee. Laut Jen ist das in Singapur keine Seltenheit. Die Besonderheit ist allerdings, dass die die Bevölkerung nicht nur vor ihrem eigenen Tempel betet, sondern alles der Reihe nach „abklappert“. So kann man beispielsweise Chinesen sehen, die mit ihren Räucherstäbchen zum Hindu-Tempel laufen und diesen ebenfalls segnen. Als wir in der Straße ankommen, beobachten wir gerade eine Chinesin, die zwei Touristen zurechtweist, die mit Schuhen den hinduistischen Tempel betreten wollten. Faszinierend!

Nach 3,5 Stunden ist die Walking Tour vorbei. Trotz der vielen Informationen machen wir uns auf den Weg die verschiedenen Stadtviertel zu erkunden.

Gruppenfoto mit der Walking Tour Crew

Singapur zählt zu einem der Länder mit den höchsten Lebenshaltungskosten. Nichtsdestotrotz kann man in den Foodcourts für umgerechnet 3€ richtig gut essen. Dieses Konzept wird auch von vielen Einheimischen in Anspruch genommen, da es günstiger ist als selbst zu kochen.

Für mich als Streetart Fan ist Singapur besonders aufregend. An jeder Ecke wartet ein anderes Kunstwerk. Mit dem Internet und diversen Reiseführern hatte ich mir schon die Kunstmotive rausgesucht, die ich unbedingt sehen wollte. In Little India scheuche ich Alex 2 Stunden durch die Stadt, um die bunten Elefanten zu finden, von denen ich gelesen hatte. Wir fragen uns durch Little India, aber niemand hat je von bunten Elefanten gehört. Als wir schon aufgeben wollten, fanden wir sie endlich 🙂 Allerdings stellte sich heraus, dass es Kühe waren und keine Elefanten. Das hatte ich wohl falsch in Erinnerung 😂

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