🇩🇪Tag 43-47 – Ankunft in Kuala Lumpur

Von Bangkok fliegen wir in die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur. Es ist bereits spät abends, als wir in Kuala Lumpur ankommen. Wie jedes mal, wenn wir in einem neuen Land ankommen, begeben wir uns erst einmal auf die Suche nach einem Bankautomaten. Bis ins Zentrum müssen wir eine Stunde mit dem Bus fahren..und was für ein Bus. Klimaanlage, Internet und Sitze, die größer sind, als manche Sofas.

An der Bahnhaltestelle erwischen wir mit einem Sprint gerade noch die letzte Bahn, die zu unserem Hostel fährt. Das letzte Stück ist das schwerste. Unser Hostel liegt mitten auf der Jalan Alor, der bekannten Streetfood Straße Kuala Lumpurs. Trotz später Stunde ist die Straße überfüllt und wir haben Mühe uns mit den Rucksäcken durch die Menschenmasse zu kämpfen.

Unser Zimmer liegt im 4.Stock ohne Lift. Als wir ankommen, gibt es kein Licht..also den ganzen Weg wieder nach unten zur Rezeption.

Nachdem das Stromproblem behoben ist, wünschen wir uns unseren Bussessel wieder zurück. Das Zimmer ist so winzig, dass unsere Rucksäcke gerade noch Platz neben dem Bett finden, das übrigens die besten Jahre auch schon lange hinter sich gebracht hat.

Aber so ist das nun mal, wenn man als Low-Budget-Reisender unterwegs ist. Manchmal bekommt man viel für wenig Geld und manchmal wenig für viel Geld. Hier trifft eher zweiteres zu.

Sightseeing in Kuala Lumpur

Das Streckennetz der Bahn ist im Vergleich zu Bangkok viel besser ausgebaut und man kann alles ziemlich schnell erreichen. Es gibt sogar verschiedene kostenlose Buslinien, die den ganzen Tag verkehren. Wir wohnen ziemlich zentral, weshalb wir es bevorzugen ein bisschen durch die Straßen zu schlendern und alles fußläufig zu erkunden.

Der erste Weg führt uns zum Merdeka Square, auf dem 1957 die Unabhängigkeit ausgerufen wurde. Der Platz dient heutzutage noch als abendlicher Treffpunkt. Das Gebäude, das sich auf den Fotos hinter uns befindet, ist das Sultan Abdul Samad Gebäude. Mit seinem 41 m hohen Glockenturm gilt er als eines der ältesten und markantesten Gebäude der Stadt. Bis 2007 tagte hier der oberste Gerichtshof. Heute ist es Sitz des Ministeriums für Information, Kommunikation und Kultur und wird am Wochenende erleuchtet.

Ein Stück weiter die Straße entlang, sticht uns zufällig ein I❤️KL Schild ins Auge. Der Security Mann, der eigentlich die City Gallery bewachen sollte, entpuppt sich als Hobbyfotograf und knipst geduldig ein Touristenfoto nach dem anderen. Keine Frage, dass wir uns gleich dazustellen. Als wir an der Reihe sind, werden wir von unserem Fotografen angeleitet, damit auch ein möglichst schönes Bild dabei rauskommt.

Eigentlich wollten wir nur einen kurzen Blick in die City Gallery werfen…insgesamt eine Stunde verbringen wir in den verschiedenen Ausstellungen. Der Eintritt ist kostenlos und bietet alles von einem kleinen Miniatur-Kuala Lumpur bis zu informativen Filmen über die Hauptstadt.

Wenn man das erste Mal in der malaysischen Hauptstadt unterwegs ist, fallen einem die verschiedenen Nationalitäten auf, die hier zusammenleben. Dementsprechend gelangt man auch von Chinatown mit den taoistischen Heiligtümern, nach Little India zu den bunten Tempeln. Da Malaysia unser erstes Reiseland mit muslimischer Religion ist, besichtigen wir die Masjid Negara Nationalmoschee. Mit ihren 75 Metern, die aus einem Wasserbecken emporragen, gehört die Moschee zu den eindrücklichsten Gebäude der Stadt. 20 Minuten müssen wir warten, bis die Besuchszeit für die Moschee beginnt. Vor Betreten der Moschee wird einer aus jeder Gruppe namentlich vermerkt und zwei Frauen sind damit beschäftigt die Touristen regelkonform einzukleiden.

Anschließend sehen wir zwar etwas aus, wie bei einem Casting für Harry Potter, aber immerhin dürfen wir die Moschee betreten. Im Inneren dürfen wir uns selbst umgucken und an den Gebetsräumen stehen Guides bereit, die man jederzeit ansprechen kann und die einem Informationen über die Moschee geben. Uns wird beispielsweise erklärt, dass die Hauptkuppel der Moschee mit ihrem 18-zackigen Stern die 13 Staaten Malaysias und die 5 Grundpfeiler des Islams symbolisiert.

Die Batu Caves

Unser Plan war es eigentlich ganz früh aufzustehen, um die etwas abgelegenen Batu Caves zu besuchen. Dadurch, dass die neben unserem Hostel liegende Moschee jedoch mehrmals nächtlich zum Gebet aufrief, sind wir morgens so platt, dass wir unseren Wecker überhören. Etwas verspätet und immer noch gerädert, machen wir uns auf den Weg zur zentralen Bahnhaltestelle, um die Bahn zu den Batu Caves zu nehmen. Die Kalksteinhöhlen liegen ca. 15 km nördlich der Hauptstadt. Als wir in den Zug steigen wollen, werden wir von einer älteren, wild-gestikulierenden, einheimischen Dame wieder nach draußen geschickt. Zum Glück! Der Zug wäre nämlich in die andere Richtung gefahren.

Als wir nach 30 Minuten ankommen, laufen wir einfach dem Touristenstrom hinterher. Am Anfang des Komplex scheinen Restaurierungsarbeiten stattzufinden, weil alles abgedeckt und abgesperrt ist. Ein kurzes Stück weiter sticht uns direkt die kleine bunte hinduistische Gebetshalle ins Auge. Die Gebetshalle ist erst vor einigen Jahren gebaut worden und ist seitdem nicht nur bei hinduistischen Besuchern, sondern auch bei allen anderen Touristen sehr beliebt. Das macht es zu einer echten Herausforderung am Ende des Besuchs seine Schuhe vor der Halle wiederzufinden.

272 bunte Stufen sind es bis zum Höhleneingang. Mittlerweile sind so viele Touristen vor Ort, dass man einen Slalom hinlegen muss, da auf jeder zweiten Treppe irgendjemand für ein Bild posiert. Auf dem Weg nach oben halten wir immer wieder Ausschau nach den Affen, die ebenfalls als Touristenattraktion gelten. Allerdings können wir keinen erkennen. Wir sheen am Höhleneingang lediglich ein Huhn.

Oben angekommen steht man direkt am Eingang zu der großen offenen Höhle, die auch „Light Caves“ genannt wird und blickt auf kleine Schreine, zahlreiche bunte Hindu-Statuen und Kalksteinfelsen. Am Ende der Höhle erkennen wir auch, wo die ganzen Javaneraffen abgeblieben sind. Sie sitzen in den Höhlen und bewegen sich nur hin und wieder, wenn ein Besucher ihnen etwas essbares entgegenstreckt. Falls man den Affen nichts anbietet, bedienen sich diese auch des Öfteren selbst.

Auf dem Weg nach unten werden wir dann doch von dem ein oder anderen Affen begleitet und können sogar einen Schnappschuss ergattern.

Die Heli-Bar

Total K.O. vom Sightseeing entscheiden wir uns am Abend noch in die Heli Lounge Bar zu fahren. Der Platz dient tagsüber als Hubschrauber Landeplatz und verwandelt sich erst zum Sonnenuntergang in eine angesagte Rooftop Bar.

Wir sind etwas abgehetzt, als wir am Menara Gebäude ankommen. Wenn man früh genug kommt, kann man noch einen der schönen Sitzplätze ergattern. Ein weiterer Vorteil ist, dass es früh am Abend noch keinen Dresscode gibt und kein Eintritt bezahlt werden muss.

In einer rasenden Geschwindigkeit werden wir von dem Fahrstuhl in den 34.Stock gebracht. Nach einer kurzen Taschenkontrolle dürfen wir die Bar betreten. Dafür, dass wir keinen Eintritt bezahlen, müssen wir noch ein Getränk bestellen, bevor wir auf die große Plattform dürfen.

Die ganzen Strapazen des Tages sind vergessen, als wir die 360-Grad-Aussicht über Kuala Lumpur sehen. Keine Fenster, kein Gitter..lediglich ein Absperrband und eine Linie auf dem Boden halten einen davon ab zu dicht an den Abgrund zu treten. Obwohl wir so hoch sind, ragen die Petronas Tower und der KL Tower weit über uns hinaus. Mit unserem Cocktail genießen wir nicht nur das Farbenspiel des Sonnenuntergangs, sondern auch das Funkeln der Lichter bei Einbruch der Dunkelheit.

Bukit Bintang – das goldene Dreieck

Das Highlight, bei den meisten weiblichen Touristen ist wahrscheinlich Bukit Bintang, was auch als goldenes Dreieck bezeichnet wird. Hier konkurrieren die größten und pompösesten Shoppingzentren miteinander. In den Zentren findet man nicht nur jeden Laden, sondern es gibt sogar Ausstellungen. Im Einkaufszentrum Pavilon findet zum Beispiel gerade eine japanische Expo statt. Günstiges japanisches Essen und Getränke und Kleidungsstücke können erworben werden. Darüber hinaus treten die ganze Woche verschiedene bekannte Bands aus Japan auf. Dass die Musikacts bekannt sind, schlussfolgere ich einfach mal daraus, dass die japanischen Mädels kreischend in der ersten Reihe stehen und mit ihren Autogrammkarten wedeln.

In allen Zentren steht sogar ein Automat bereit, von dem man sich Instagram Fotos ausdrucken lassen kann. Nicht nur von seinem eigenen Account, sondern jedem x-beliebigen Konto.

In dem noch größeren KLCC Suria, das sich direkt unterhalb der Petronas Türme befindet, läuft man Gefahr sich zu verlaufen. Ich habe noch nie so viele Stockwerke mit Geschäften gesehen. Ehrlich gesagt fühle ich mich beim Anblick etwas erschlagen und die Shopping Laune vergeht ganz schnell. Glücklicherweise bietet der danebenliegende KLCC Park ein bisschen Entspannung.

Wo man auch im Park spazieren geht, von überall bietet sich ein grandioser Ausblick auf die 452 m hohen Petronas Towers. Diese sind übrigens die höchsten Zwillingstürme der Welt und stehen bei den höchsten Gebäuden sogar auf Platz 8 der Weltrangliste.

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