🇩🇪 Tag 48 – Ein bunter Tag in Melaka

Die Engländer nennen sie “Malakka”, während die Malaien “Melaka” sagen. Diese hübsche kleine Stadt liegt 150 km südlich von Kuala Lumpur entfernt.

Die Stadt gehört seit geraumer Zeit zum Weltkulturerbe und ist bekannt für ihren roten Platz. Der Platz erhielt seinen Namen höchstwahrscheinlich durch die ganzen roten Gebäude. Dabei sind in der Stadt holländische, anglikanische und auch portugiesische Einflüsse zu finden. Das Rathaus stammt beispielsweise aus der holländischen Periode um 1640, während die unmittelbar daneben liegende Christ Church, die älteste anglikanische Kirche Malaysias ist.

Bei den Touristen nicht weniger beliebt, sind das in der Mitte des Platzes stehende I❤️Melaka- Schild, sowie die Rikschas. Egal, ob Piccachu oder Hello Kitty..die Touristen können sich ihre Lieblingsrikscha aussuchen und dann mit laut dröhnender Musik durch die Gegend gefahren werden. Einige davon geben noch andere Geräusche von sich oder leuchten in verschiedenen Farben.

Die Rikschas in Melaka

Am Flussufer befinden sich viele kleine Cafés und Entspannungsmöglichkeiten, die umrahmt werden von einzigartigen Streetartmotiven. Wir können sogar einen Waran beobachten, der sich in der Sonne ein Mittagsschläfchen gönnt.

Mit knurrenden Mägen machen wir uns auf die Suche nach einem Lokal. Uns verschlägt es zum Mittagessen in den Stadtteil „Little India“, da wir im Internet gute Rezensionen gelesen haben.

Als India-Anfänger sind uns Chicken Masalla, Butter Chicken&Co zwar ein Begriff, das scheint es hier mittags allerdings nicht zugeben. Deshalb bestellen wir einfach eins der Mittagsmenüs. Kurz darauf wird uns ein großes Bananenblatt gebracht. Während ich es noch als „schönes Tischset“ bestaune, stellt sich kurze Zeit später heraus, dass das unser Teller ist. Die Bedienung kommt nach und nach mit Töpfen vorbei und verteilt alles nebeneinander auf unserem Bananenblatt. Eigentlich eine ideale Idee mit dem ökologischen Teller. Die Umwelt bleibt verschont und gespült werden muss auch nicht 😊 Die Inder um uns herum genießen ihr Essen mit den Händen, wir bleiben allerdings doch lieber beim Besteck.

Gestärkt machen wir uns auf den 4km langen Weg zur schwimmenden Moschee namens Selat-Malakka-Moschee. Die Moschee liegt mitten im Meer.

Während Alex lieber Fotos von draußen macht, möchte ich die Moschee unbedingt von innen sehen. Meine Hose ist lang genug. Für die Kopfbedeckung und die Schulterbedeckung habe ich mit trotz Hitze meinen Kapuzenpullover mitgenommen. Das habe ich mir in der Moschee in Kuala Lumpur abgeguckt. Mit der Kapuze ins Gesicht gezogen, mache ich mich auf den Weg in die Moschee. Weit komme ich nicht, denn die Wachfrau fängt mich direkt mit den Worten ab „Fräulein, Sie müssen sich erst richtig anziehen“. Etwas empört, aber auch planlos, mache ich mich auf den Weg zu einem Raum hinter der Moschee, den mir die Frau gezeigt hat.

Jetzt fange ich an zu verstehen, was die Dame am Eingang mit „richtig anziehen” meinte. In dem Raum hängen ungefähr 50 Gewänder mit passendem Kopftuch. Ich suche mir eins aus und mache mich auf den Weg zurück zur Moschee. Dabei laufe ich an Alex vorbei, der mich keines Blickes würdigt und erst nach langem Winken und Rufen versteht, dass ich hinter dem Gewand stecke.

Diesmal komme ich endlich in die Moschee rein, fliege aber fast hochkant wieder raus, weil ich dem Mann vor mir hinterhergelaufen bin, der in die Männergebetshalle wollte.

Nach ein paar Minuten habe ich mich in der großen Moschee zurecht gefunden und komme auch mit meinem neuen Outfit zunehmend gut zurecht. Ich wirke anscheinend schon so authentisch, dass ich von den Einheimischen angesprochen werde. In Malaysia sprechen die Leute fast alle Englisch oder verstehen es, was vieles vereinfacht. Die Familie kommt selbst aus Melaka und ist im Rahmen eines Tagesausflugs zur Moschee gekommen. Zum Schluss bekomme ich netterweise noch einen Erinnerungsschnappschuss an meine Sightseeingtour in der Moschee.

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