Tag 28🇩🇪- Battambang

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wer uns heute morgen im Bus empfangen hat: Unser Ich-geb-Vollgas-und-fahre-alles-um – Busfahrer! Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass ich mich mittlerweile an den Fahrstil gewöhnt habe. 5 Stunden sitze ich in Schockstarre in meinem Sitz und schicke Stoßgebete in den Himmel, bis wir endlich in Battambang angekommen sind.

In Battambang steuern wir sofort die legendäre „Bamboo Train“ an. Wie der Name schon sagt, besteht der Zug aus Bambus. Heutzutage wird er von den Einheimischen kaum noch genutzt und dient eher als Touristenattraktion. Insgesamt können bis zu 6 Fahrgäste in dem Zug Platz nehmen. Obwohl „in dem Zug“ eigentlich falsch ausgedrückt ist. Man setzt sich nämlich einfach auf das Bambus-Stück und genießt die Fahrt unter freiem Himmel.

Alex und ich haben das Glück ganz vorne zu sitzen. Der Fahrer steuert den Zug von ganz hinten. Aus der ersten Reihe hat man zwar eine super Aussicht, aber man zuckt auch schon mal zusammen, wenn man unmittelbar neben dem Gleis eine riesige Kuh stehen sieht. Als wir von weitem eine andere Bamboo Train auf uns zufahren sehen, gucken wir panisch nach links und rechts. Andere Schienen gibt es aber weit und breit nicht!

Wir bleiben vor dem anderen Zug stehen und wollen gerade aussteigen. Der Fahrer gibt uns aber zu verstehen, sitzen zu bleiben. Auf dem anderen Zug befinden sich nur 2 Personen, statt wie bei uns 6, weshalb die beiden Frauen aussteigen müssen. Die Bamboo Train wird von den beiden Fahrern innerhalb kürzester Zeit auseinander gebaut, unser Fahrer fährt vorbei und die Beiden bauen den anderen Zug wieder zusammen! Genial! Insgesamt muss die Prozedur während unserer Fahrt 4 mal wiederholt werden.

Die Bambusplatte wiegt zwar nichts, aber dank der Metallstangen können sich die Fahrer getrost die Anmeldung im Fitnessstudio sparen 💪

Um die Kultur in Kambodscha und seine Bewohner etwas besser kennen und verstehen zu lernen, haben wir auch hier einen Homestay geplant. Von Battambang aus fahren wir in das etwa 15 km entfernte Dorf namens Rohalsuong.

Wir sind noch nicht mal aus dem Bus ausgestiegen, da steht ein kleiner 3-jähriger Junge vor uns und streckt uns seinen Ball entgegen. „Die anderen Kinder kommen auch gleich aus der Schule und wollen mit euch spielen“, erklärt uns der Herr des Hauses. Wir bekommen das Haus gezeigt und unseren Nachtplatz. Als Dusche dienen hier übrigens Krüge mit Wasser. Auch, wenn ich diese Art von Dusche zuerst ein wenig befremdlich war, muss ich zugeben, dass so eine Dusche im Freien auch eine besondere Erfahrung ist.

Im Gegensatz zu dem Dorf in Laos sprechen hier viele ein wenig Englisch, so dass uns die Verständigung einfacher fällt. In dem Haus leben viele Generationen zusammen unter einem Dach. Beispielsweise kümmert sich unsere Gastfamilie um ihren 1,5 jährigen Enkel, dessen Eltern im Tourismus in Siem Reap arbeiten.

Genau durchgeblickt haben wir bei den Verwandschaftsverhältnisse zwar nicht, aber plötzlich sind wir von 6 Kindern umgeben, die alle mit uns spielen wollen. Während die zwei Jungs Alex mit zum Fußball spielen nehmen, hat sich ein Kind schon auf meinen Schoß gesetzt, während die Mädchen mir gleichzeitig ihr Barbie Spiel zeigen. Ein weiteres kleines Mädchen stellt mir alle Kinder mit Namen vor und ist sichtlich genervt davon, dass sie nicht meine volle Aufmerksamkeit hat und ich auch noch Mühe habe mir die ganzen exotisch klingelnden Namen einzuprägen.

Jede Familie in Kambodscha besitzt mindestens eine Hängematte im Haushalt. Die Kinder werden sogar mit den Hängematten in den Schlaf geschaukelt. Natürlich mussten wir auch mal Probe liegen. Auch die kleinen Kindern wissen bereits, dass die Hängematte ein Ort der Ruhe und der Entspannung ist. Denn sobald wir liegen, kommt niemand mehr, um uns mit zum Spielen zu nehmen.

Am frühen Abend erkunden wir das Dorf auf eigene Faust und werden von zwei der Mädchen begleitet. Die Kinder sind hier nicht nur sehr freundlich, sondern auch erstaunlich selbstständig. Die älteren Kinder kümmern sich wie selbstverständlich um die Jüngeren.

Auf unserem Spaziergang kommen wir nicht nur an der Tankstelle vorbei, sondern auch an der Schule. Das ist die einzige Schule im Dorf. Je nach Klasse haben die Kinder entweder ab 7 Uhr bis mittags Unterricht oder am Nachmittag.

Wieder zurück bei unserer Gastfamilie ist das Essen schon fertig. Es gibt Rindfleisch mit Gemüse mit Reis und eine saure Suppe. Bevor es aber ans Essen geht, lernen wir wie man Frühlingsrollen zubereitet. Das besondere an den Rollen ist die Füllung, die aus Taro besteht. Taro, wird auch als Wasserbrotwurzel bezeichnet und ist ein stärkehaltiges Lebensmittel, das man sowohl süß als auch salzig essen kann.

Alle Gerichte schmecken köstlich. Nach dem wir noch einen Whiskey mit der Familie getrunken haben (natürlich selbstgemacht), fallen wir müde ins Bett.

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