Tag 24 🇩🇪– Don Det und der schwere Abschied

Schon beim Aufstehen bin ich etwas schlecht gelaunt und melancholisch gestimmt. Heute ist schon unser letzter Tag in diesem schönen Land, welches mir in den letzten Wochen so ans Herz gewachsen ist. Morgen früh passieren wir die Grenze nach Kambodscha. Es heißt zwar, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist, aber ich könnte getrost noch viele weitere Wochen hier verbringen.

Ein Tag bleibt uns aber noch, den wir auf Don Det verbringen werden. Don Det ist eine der 4000 Inseln. An dieser Stelle weitet sich der Mekong auf eine breite von 14 Kilometern und bildet mit den zahlreichen Inseln eine herrliche Landschaft.

Nach Don Det kommt man vom Festland aus nur mit einem kleinen Holzboot mit Motor. Der Motor ist eigentlich überflüssig, weil das Boot so langem fährt, dass man sogar mit einem Kayak schneller wäre 😀

Nachdem wir eingecheckt haben, machen wir uns auf die Suche nach einem Fahrradverleih. 2 Minuten von unserem Hostel entfernt, stehen auch schon 10 Fahrräder vor einem Geschäft. „Gibt es die nicht auch etwas größer?“, frage ich Alex. Die Fahrräder, die dort aufgereiht sind, haben nämlich ungefähr die Größe wie das Fahrrad, das ich mit 10 Jahren hatte. Nach einer kurzen Probefahrt leihen wir uns die Fahrräder schließlich aus und machen uns auf den Weg nach Don Khong.

Die Insel Don Khong ist über eine Brücke mit Don Det verbunden, weshalb es einfach ist sie zu besichtigen. Wir fahren ungefähr 45 Minuten am Mekong entlang. Die Schwierigkeit beim Fahrradfahren besteht nicht nur darin die großen Steine und Pfützen zu umfahren, sondern auch den Tieren auszuweichen.

Auf unserem Weg versperrt uns eine Kuhherde den Weg und wir müssen uns gedulden bis sie sich dazu entscheiden weiter zu laufen. Besonders gefährlich sind die Hähne und Hühner, sowie andere Vogelarten, weil sie sich für keine Richtung entscheiden können. Während sie zuerst nach links rennen, entscheiden sie sich plötzlich in letzter Minute doch lieber nach rechts zu laufen. Trotz allem haben wir den Ausflug ohne größere Unfälle überstanden.

Während einer kurzen Pause in Don Khong sehen wir eine große Tafel, auf der mit einer Delfin Tour geworben wird. Wir buchen uns ein Ticket und bekommen einen Bootsfahrer zugeteilt, der uns mit zu seinem Boot nimmt.

Wir haben darüber gelesen, dass es an dieser Stelle im Mekong Irawadi-Delfine gibt. Typisch für diese Art von Delfinen ist die wulstige Stirn und die kurze Schnauze, so wie die kurze Rückenflosse.

Während wir zwischen Kambodscha und Laos auf dem Mekong schippern, rätseln wir darüber, ob wir überhaupt einen Delfin sehen werden. Die Irawadi Delfine sind vom Aussterben bedroht. Die Fischerei stellt heutzutage zwar keine Bedrohung mehr für die Tiere dar. Das führende Problem hingehen ist die Umweltverschmutzung, aufgrund derer sich die Zahl der Irawadi Delfine in den letzten Jahren drastisch reduziert hat. Irawadi-Delfine vermehren sich nur alle 2-3 Jahren und brauchen ziemlich lange, bis sie ihre Jungen austragen.

Nach ungefähr 30 Minuten sind wir in dem Naturschutzgebiet angekommen. Unser Bootsfahrer fährt ganz an den Rand und schaltet den Motor ab. Nach uns kommen noch zwei bis drei andere Boote, die es uns gleich tun. Nach 5 Minuten bekommen wir in ca. 20 Metern den ersten Delfin zu sehen. Die Delfine tauchen immer wieder auf. Schade, dass wir so weit weg sind.

Auch, wenn unser Fahrer kaum Englisch versteht, scheint er unsere Enttäuschung ein wenig zu spüren, weshalb er auf dem Rückweg etwas näher an die Tiere heran fährt. Tatsächlich taucht kurze Zeit später genau neben uns einer der Delfine auf.

Wieder an Land angekommen, schwingen wir uns auf die Fahrräder und begeben uns in Richtung Hostel. Als wir am Mekong entlang fahren und die Häuser der Einheimischen beobachten, fällt uns auf, dass in den Gärten teilweise riesige Müllberge liegen. Wir beobachten sogar, wie ein Mann zwei leere Bierdosen in seinen eigenen Garten wirft. Wie kann man nur so wenig Umweltbewusstsein haben?

Wir warten noch bis die Sonne hinter dem Mekong verschwunden ist und geben unsere Fahrräder wieder zurück. An unserem letzten Tag darf ein Beerlao natürlich nicht fehlen und auch sonst bestellen wir uns am Abend noch mal die ganze Palette der laotischen Köstlichkeiten.

Morgen geht es für uns über die Grenze nach Kambodscha. Wir sind gespannt, was das Land alles zu bieten hat. Tschüss Laos und vielen Dank für die schönen Wochen. Wir kommen bestimmt wieder!

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