Tag 23 🇩🇪– Paksé und das kleine Angkor

Paksé ist die drittgrößte Stadt in Laos und Hauptstadt der Provinz Champasak. Sie ist vor allem bekannt für ihren Kaffeeanbau. Schon als wir in die Stadt hinein fahren, merken wir, dass diese Provinz deutlich reicher ist, als die Regionen, die wir zuvor besucht haben.

Die Häuser sind größtenteils im französischen Stil gebaut und besonders ins Auge fällt, dass die Straßen neu gemacht und asphaltiert sind. Aufgrund der geographischen Nähe zu Vietnam legen hier nicht nur viele Backpacker einen Zwischenhalt ein, sondern auch viele Vietnamesen haben sich hier niedergelassen.

Unser erstes Zeil liegt 45 Fahrtminuten von der Innenstadt entfernt. Die Tad Ngeuang Wasserfälle sind mittlerweile zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Wenn man eintritt, erinnert das Gebiet ein wenig an einen Familienpark mit den vielen bunten Fahnen. Linker Hand liegt das Restaurant, von dem aus man bereits einen schönen Blick auf die Wasserfälle hat.

Beim Essen lernen wir den Besitzer der Anlagen kennen. Der 78-jährige Eigentümer der Anlagen ist nicht nur fit wie ein Turnschuh, sondern spricht auch fließend Französisch. Er hat seine Studien- und Jugendzeit in Frankreich verbracht. Demnach freut er sich immer, wenn er Franzosen trifft. Um dieser Freude Ausdruck zu verleihen, bekommen alle Franzosen verschiedene Schnäpse aus seinem Sortiment hingestellt. Er selbst bezeichnet den Whiskey als „Tigergift“. In Alex scheint er einen guten Gesprächspartner gefunden zu haben, da wir mittlerweile schon seit einer Stunde hier sitzen und den dritten Schnaps in den Händen halten. Ich muss erleichtert feststellen, dass das Tigergift nicht ganz so stark ist, wie der Whiskey, den wir bei der laotischen Gastfamilie trinken mussten.

Mit dem Versprechen nach der Besichtigungstour wieder zurückzukehren, können wir uns loseisen, um die Wasserfälle zu besichtigen.

Aufgrund des Regens der letztens Tage ist es uns nicht möglich zu schwimmen. Dafür sieht der Wasserfall noch beeindruckender und schöner aus, als auf den Bildern.

Als wir zurückkommen, gibt es noch einen Whiskey und einen Tee für uns, bevor wir uns auf den Rückweg in die Stadt machen.

Nachdem wir die Stadt ein wenig zu Fuß erkundet haben, bleiben wir an einem Hotel hängen, von dem wir schon einmal gelesen haben. Im obersten Stockwerk des Paksé Hotels befindet sich eine Panorama Bar, von der aus man einen 360°-Grad Blick über die Stadt hat.

In der Zeit, in der wir in das oberste Stockwerk fahren, hat sich das Wetter dazu entschieden von strahlendem Sonnenschein in den Gießeimer-Modus zu schalten. Wir sind froh, dass wir noch einen Tisch ergattern, der überdacht ist. Nach 30 Minuten legt sich der Regen und wir können die Aussicht sogar mit einigen Regenbögen genießen.

Am nächsten Morgen fahren wir früh los. 40 km südlich von Paksé liegen die Tempelanlagen von Wat Phou, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörten. Da wir bereits um 8 Uhr früh dort sind und die einzigen Touristen bleibt uns noch genug Zeit für eine kurze Entspannung in den Bambushängematten vor dem Tempelkomplex. Mit einem elektrischen TukTuk werden wir zu den Tempelanlagen gefahren. Obwohl wir die Tempel noch nicht entdeckt haben, sind wir beeindruckt von den Ruinen, die den Weg andeuten mit der grünen Wiese und den Bergen im Hintergrund.

„Wat“ bedeutet Tempel während „Phou“ Berg bedeutet. Der einst hinduistische Tempelkomplex, der dem Gott Shiva geweiht wurde, stammt aus dem 11. bis 13. Jahrhundert und wurde nie fertiggestellt. Erst später wurde der hinduistische Tempel von den Laoten zu einem buddhistischen Tempel umfunktioniert.

Wat Phou ist auch als kleines Angkor Wat bekannt. Den überlieferten Geschichten nach wurden die Angkor Tempel zur selben Zeit errichtet. Da es an Arbeitern fehlte, beauftragte der König seine Arbeiter bei dem Bau von Angkor mitzuhelfen. Es wird daher oft angekommen, dass der Wat Phou als achitektonisches Vorbild für Angkor Wat diente.

Der Tempelkomplex von Wat Phou geriet währenddessen in Vergessenheit und wurde erst im 18.Jahrhundert wieder ausgegraben. Einmal im Jahr findet in Wat Phou ein großes buddhistisches Fest statt, das 3 Tage dauert. Die Einheimischen pilgern dazu aus dem ganzen Land hierher, um gemeinsam zu beten und zu feiern.

Wir wagen den Aufstieg über die steilen Treppenstufen hinauf und werden mit einem atemberaubenden Ausblick . Auf der höchsten Ebene stand damals der prunkvolle Palast des Königs. Der Tempel auf der oberen Ebene ist noch gut erhalten und beherbergt teilweise auch hinduistische Figuren, die von den Laoten verehrt werden. Darüber hinaus findet man Wasserbecken, die rituellen Waschungen diente. Dort kommt man auch in den Genuss des Heilwassers. Die Leute kamen bei Krankheit hier her, weil sie der Überzeugung waren, dass das Wasser nicht nur Krankheiten heilen kann, sondern auch ein langes Leben verspricht.

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