Tag 20🇩🇪 – Die unglaubliche Höhle von Kong Lor

Auf dem Weg von Vientiane nach Kong Lor machen wir einen Zwischenstopp beim Wat Prabat Phonsone oder auch als „Buddha’s FuĂźabdruck“ bekannt. Der FuĂźabdruck im Inneren des Tempels sieht eher aus, als stamme er von einem Riesen. Uns wird erklärt, dass der Abdruck von den Menschen nach und nach vergrößert wurde. Der Tempel ist bei Touristen eher weniger bekannt, wird aber von den Laoten oft besucht, um den FuĂźabdruck zu verehren. Normalerweise reicht es aus, wenn man als Frau die Schultern und Knie bedeckt, bevor man einen Tempel betritt. Beim Wat Prabat Phonsone mĂĽssen allerdings die traditionellen Röcke umgebunden werden, bevor man eintreten darf.

Wat Prabat Phonsone
Die goldene Wanne ist der FuĂźabdruck

Nur einige Meter vom Tempel entfernt, steht ein groĂźer Gong. Im Buddhismus darf man den Gong bis zu drei mal schlagen, was einem GlĂĽck bringen soll. Das haben wir natĂĽrlich noch mitgenommen, bevor wir uns weiter in Richtung Kong Lor gemacht haben.

Trotz der Regenzeit haben wir es uns angewöhnt immer früh aufzustehen. Um 9 Uhr sammeln sich häufig schon die ersten Schweißperlen auf der Stirn und ab 11 Uhr ist es so warm, dass man sich am liebsten gar nicht mehr bewegen und nur noch vor der Klimaanlage oder dem Ventilator liegen möchte.

Heute ist das aber alles anders. Nachdem es heute wie aus Eimern gießt, ist unser Aussichtspunkt auf dem Weg von Vientiane nach Kong Lor ausgefallen. Normalerweise, so sagen die Einheimischen, kommt der starke Regen erst gegen August und September. In den Monaten davor regnet es kurzweilig zwar stark, aber die Sonne kommt nach spätestens einer Stunde wieder raus. Auch das war heute anders. Es regnet und regnet und regnet! Und zwar so stark, dass sich sogar ein kleiner Whirlpool im Bus angesammelt hatte. Unser neuer Super-Bus ohne Papiere wurde nämlich auf ein älteres Modell mit Papieren umgetauscht, da es im laotischen Süden angeblich mehrere und strengere Polizeikontrollen gibt.

Nach 6 Stunden sind wir endlich in dem kleinen Dorf angekommen. In der Gegend um die Höhle gibt es nicht viel zu tun, weshalb wir eine Unterkunft unweit der Höhle in einem einsamen Örtchen gebucht haben. Trotz des Wetters ist die Aussicht auf die strahlend grünen Reisfelder unbezahlbar und entschädigen ein wenig, dass wir die gemütliche Hängematte auf der Terrasse nicht benutzen können. Auf den Feldern kann man sogar die Farmarbeiter beobachten, die barfuß auf den Reisfeldern unterwegs sind und den Reis ernten.

Bei dem Wetter haben wir eigentlich keine große Lust die Höhle zu besichtigen. Man sagt uns jedoch, dass das Regenwetter 3 Tage anhalten soll und heute eventuell die einzige Möglichkeit sei zur Höhle zu gelangen. Also Shorts, Flipflops und Regenjacke angezogen (wurde uns so gesagt) und rein in den Bus. Nach 5 Minuten steigen wir schon aus und müssen zu Fuß weiter zum Eingang laufen. Der Weg durch den Schlamm ist anstrengend und nach dem ich nach 100 Meter meinen Flipflop in einer riesigen Schlammpfütze verliere und fast nicht mehr wiederfinde, ärgere ich mich darüber, dass ich die Kleidungstipps befolgt habe.

Wir sind übrigens die einzigen Touristen, die sich das bei dem Wetter antun. Es gibt weit und breit niemanden. Als wir am Eingang ankommen, haben wir erst die Befürchtung die Höhle sei geschlossen, als dann doch eine Männergruppe auf uns zukommt. Uns werden Stirnlampen ausgehändigt und dann geht es mit unserem Bootsfahrer in Richtung Höhleneingang. Vor der Höhle werden wir bereits von einem unfassbar klaren Wasser und bergiger Landschaft empfangen. Bei schönem Wetter kann man hier sogar schwimmen. Noch ein paar Fotos und dann geht es zum Eingang der Höhle, wo unser Bootsfahrer den Motor schon an dem langen Holzboot befestigt hat. Die Höhle ist übrigens 7,5 km lang und damit die zweitgrößte Höhle in Südostasien, nach der Son-Doong Höhle in Vietnam. Die Höhle kann nur mit Boot durchfahren und daher nicht selbstständig besichtigt werden. Ohne die Stirnlampen ist es stock düster und man erkennt die Hand vor Augen kaum. Um in das Boot einsteigen zu können, müssen wir bis zu den Kniekehlen ins Wasser vorlaufen und werden dann abgeholt.

Eine Stunde brauchen wir um die 7,5 km zurückzulegen. Trotz der eingeschränkten Lichtverhältnisse lasse sich die riesigen Stalagmiten und Stalaktiten an den Wänden bewundert und sogar Fledermäuse zeichnen sich an der Wand ab. Durch den starken Regen gibt es im Inneren der Höhle kleine und größere Wasserfälle. An zwei Stellen müssen wir aussteigen und ein Stück zu Fuß gehen, was uns die Gelegenheit verschafft alles aus der Nähe zu bewundern.

Am Höhlenende werden wir wieder von Wasser und Bergen empfangen. Gerade als wir raus fahren, sehen wir eine Ochsenfamilie, die im Fluss badet. An diesem Ende befindet sich der Kong Lor Nationalpark, der im Eintrittspreis enthalten ist. Normalerweise kann man hier verschiedene Tierarten beobachten, was uns leider wetter bedingt verwehrt bleibt. Die Geschäfte und Kaffees sind ebenfalls geschlossen, weshalb wir uns schon bald wieder auf den Rückweg machen, um die 7,5 km wieder zurückzufahren. Diesmal müssen wir nicht aussteigen und können die kleinen Wasserfälle mit runter fahren, was ein bisschen was von einem Mini-Rafting hat.

Pitschnass aber glücklich sind wir nach 1,5 Stunden wieder zurück in unserem Baumhaus. Obwohl wir bereits mehrere Höhlen weltweit besichtigt haben, war die Kong Lor Höhle mein absolutes Highlight. Es hat schon etwas besonderes so eine riesige Höhle mit einem Boot zu durchfahren.

Heute genieĂźen wir noch ein bisschen die Aussicht auf die Reisfelder und morgen geht es dann weiter nach Tha Khek.

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