Tag 17&18🇩🇪 – Vang Vieng und die besondere Happy Hour

Schweren Herzens verabschieden wir uns heute von Luang Prabang, um in das 180 km entfernte Vang Vieng zu fahren. Alex und ich haben den ganzen Minivan für uns alleine. Außer dem Fahrer „Mai“ fährt noch ein Freund von ihm mit, der „Phet“ heißt und Englisch spricht.

Wir erzählen Phet gerade von unseren Erfahrungen in Luang Prabang, was übrigens seine Heimatstadt ist, als plötzlich eine Schlange vor uns die Straße überquert. „Die können wir zum Abendessen mitnehmen“, sage ich scherzhaft in Anspielung auf den Morgenmarkt in Luang Prabang. Solche Scherze und Ironie verstehen die Laoten irgendwie nicht, weshalb Phet mich jetzt panisch anguckt. 😳

Er erklärt uns, dass man die Schlangen, die man während einer Reise verspeist niemals fängt oder isst. Wenn eine Schlange nämlich den Weg überquert, während man auf Reisen ist, bedeutet dies, dass man Glück und eine gute und sichere Reise haben wird.

Da er mich immer noch ein wenig fassungslos betrachtet und ich mich etwas verlegen fühle, verwickele ich ihn in ein Gespräch über die außergewöhnlichen Delikatessen der laotischen Kultur und wie man diese zubereitet. Am Ende des Gesprächs muss ich wohl irgendetwas gesagt haben wie „Ich probiere gerne Essen anderer Kulturen“. Jedenfalls sagt Phet plötzlich etwas auf laotisch zu Mai und einige Meter später halten wir auch schon auf einem lokalen Markt. Ich steige kurz aus, um mich umzugucken und sehe ein paar frittierte Insekten. Ein paar Minuten später kommt Phet Freude strahlend mit einer großen Tüten angelaufen und erklärt: „Grashüpfer gibt es leider noch nicht, aber ich habe dir andere Insekten zum Probieren mitgebracht“. 😂

Aus der Nummer kam ich jetzt nicht mehr raus. Ich probierte mich im Bus unter Anleitung von Phet durch die mitgebrachten Köstlichkeiten und muss zugeben: Es war wirklich lecker! Der Geschmack ist ungefähr vergleichbar mit gerösteten Erdnüssen.

Nach 3,5 Stunden sind wir endlich in Vang Vieng angekommen. Phet zeigt die Straße entlang und sagt: „Hier sind nur Hostels, Restaurants und Bars. Sehenswürdigkeiten gibt es nur außerhalb der Stadt“. Wir verschieben unsere Sightseeingtour auf den nächsten Tag.

Am Abend sind wir mit Phet verabredet. Er bringt uns in eine Bar, wo es eine Happy Hour gibt. Allerdings keine Happy Hour, wie wir sie kennen. Von 8 bis 9 Uhr sind die Getränke umsonst. Die Zeit reicht aus, um sich ein wenig durchs Sortiment zu probieren.

Um halb 10 machen wir uns wieder in Richtung Hostel, so glauben wir zumindest. Phet bleibt allerdings vor einer anderen Bar stehen und sagt: „ Hier ist von 10 bis 11 Uhr Happy Hour“.

Dass Laos ein relativ günstiges Land ist, haben wir bereits gemerkt, aber eine kostenlose Happy Hour ist echt der Hammer. Wir verabschieden uns recht früh, weil wir für morgen unsere Sightseeingtour geplant haben.

Am nächsten Morgen stehen wir bereits früh auf und machen uns auf die Suche nach einem Moped. Unweit unseres Hostels mieten wir für umgerechnet 5 Euro ein Moped für den ganzen Tag. Einen Führerschein möchte niemand von uns sehen. Lediglich der Pass wird als Pfand einbehalten.

Wir machen uns auf den Weg zu unserem ersten Stopp, der uns von Phet empfohlen wurde. Eine Aussichtsplattform bzw. ein Berg namens Pha Ngern. Was er uns jedoch verschwiegen hat ist, dass es gar nicht so einfach ist diesen Berg zu finden. „Google Maps sagt wir sind schon vorbei“. Also wieder zurück. Ich glaube ihr könnt euch mittlerweile denken, wie viel es gebracht hat die Einheimischen nach dem Weg zu fragen. Die Leute lächeln und nicken zwar immer, aber mittlerweile haben wir verstanden, dass sie von den Fragen gar nichts verstehen 😂

Nach ein bisschen auf und abfahren, finden wir die richtige Straße. Eine weitere Kleinigkeit, die Phet uns verschwiegen hat: Man muss noch 650 m nach oben steigen. Die Distanz ist eigentlich gar kein Problem, sondern eher der Weg, der kein richtiger Weg ist. Zwischen Steinen und Büschen entlang, erkämpfen wir uns den Weg nach oben. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir nass geschwitzt oben an.

Die Strapazen sind bereits nach 2 Minuten vergessen, als wir die Aussichtsplattform sehen. Trotz der vorherigen Regentage hat man einen schönen Ausblick auf die Felder und die bergige Landschaft.

Auf dem Weg nach unten begegnen wir drei Koreanerinnen, die sich gerade 150 Meter entfernt vom Eingang befinden. Alle drei sind top gestylt und haben vermutlich vorgehabt super Instagram Bilder auf der Spitze des Berges zu machen. Wir haben zwar die Frage der Mädels nicht verstanden, aber unser erschöpfter und verschwitzter Anblick war für die drei wohl Auslöser genug, sich wieder auf den Rückweg zu machen 😆

Wieder auf den Roller geschwungen und weiter geht es zur nächsten Sehenswürdigkeit. Die Blue Lagoon. Davon gibt es in Vang Vieng vier oder fünf Stück. Uns wurde empfohlen die Blue Lagoon Nummer 1 zu besuchen, weil dort eine Höhle mit besichtigt werden kann.

Ehrlich gesagt bin ich etwas enttäuscht, als wir an der Blue Lagoon ankommen. Der Name klingt eigentlich recht vielversprechend. Die Lagune ist aber vielmehr mit einem Schwimmbad zu vergleichen. Das Wasser ist zwar blau und man findet auch Fische darin. Die eigentliche Attraktion scheint jedoch das Baumhaus zu sein, das als eine Art Sprungbrett dient und die Lianen, mit denen man sich durch das Wasser schwingen kann.

Wir kommen leider nicht mehr dazu die Höhle zu besichtigen, da es anfängt in Strömen zu regnen. Nachdem wir uns einige Zeit untergestellt haben und der Regen weniger wird, entschließen wir zurückzufahren. Wir befinden uns gerade mitten auf den Feldern, als der Regen wieder stärker wird. Keine Chance sich irgendwo unterzustellen. Weiterfahren ist aber auch schwierig, da man durch den Regen fast kaum etwas sehen kann. Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Taucherbrille ausgepackt und weiter geht’s 🙂

Das Wetter wird leider auch die nächsten Stunden nicht besser, weshalb wir uns dazu entschließen das Moped zurückzugeben. Wir warten 10 Minuten vergeblich. Im Laden ist niemand, obwohl alles offen ist und die Mopeds und Motorräder alle mit Schlüssel schön nebeneinander gereiht vor dem Geschäft stehen. Wir entschließen uns dazu, erst einmal etwas essen zu gehen, lassen das Moped aber vor dem Laden stehen.

Obwohl ich anfangs immer darüber gestaunt habe, wie die Asiaten bei dieser Hitze Suppe essen können, bin ich selbst ein totaler Suppenfreak geworden 😍 Plötzlich steht der Besitzer des Motorradverleihs im Restaurant, um uns den Pass zurückzugeben. Ich bin immer noch erstaunt darüber, wie freundlich und zuvorkommend die Leute hier sind.

Wir gehen früh ins Bett und beschließen vor unserer Abreise noch die Tham Jang Höhle im Südwesten der Stadt zu besichtigen. Nachdem man den Nam Song Fluss über diese schöne orangene Brücke überquert hat, kommt man auf das Gelände, auf der sich die Höhle befindet.

Und was wartet am Anfang der Höhle auf uns? – Stufen! Stufen! Stufen! Kein Wunder, dass die Laoten alle so zierlich sind. Keuchend und schnaufend oben angekommen ,wollen wir gerade die Aussicht genießen, als uns eine Gruppe aus Südkorea anspricht: „Foto? Foto?“ Ich möchte dem netten Herren gerade die Kamera aus der Hand nehmen, um die Gruppe zu fotografieren, aber dieser scheint sichtlich verwirrt. Ein anderer Tourist, der englisch spricht, erklärt uns, dass die Südkoreaner gerne ein Bild mit uns hätten. Also posierten wir vor der Höhle und jeder durfte ein Foto mit uns machen. So schnell kann man berühmt werden 😀 Uns wurde später erklärt, dass die Touristen aus den asiatischen Ländern gerne Erinnerungsfotos mit Europäern machen. 🤗

Die Tham Jang Höhle, oder auch Tham Chang Höhle, diente ursprünglich im 19. Jahrhundert als Bunker. Im Rundgang sind kleine Aussichtsplattformen integriert und neben der Höhle gibt es sogar ein Becken mit klarem Bergwasser, das ein wenig an die Blue Lagoon erinnert.

Nach der Besichtigung geht es für uns 157 km weiter Richtung Landeshauptstadt Vientiane. Was wir dort alles erlebt und besichtigt haben, erzähle ich euch im nächsten Blogpost 🙂

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