Tag 12 🇩🇪- Wir machen Reis!

20 Kilo?? Alex, hat er gerade 20 Kilo gesagt?“ Als Alex zur Bestätigung nickt, weiß ich, dass ich mich nicht verhört habe. Uns wurde gerade erklärt, dass ein Laote 20 Kilo Reis im Monat isst.

Da Reis, vor allem Klebreis, in der laotischen Kultur so eine große Rolle spielt, haben wir uns dazu entschlossen heute bei der Produktion mitzuhelfen.

Insgesamt gibt es 14 Schritte bis der Reis fertig ist und es dauert über 3 Monate. Die Farm auf der wir sind, ist insgesamt 8 Hektar groß. Bevor wir uns in die Arbeit stürzen, werden wir noch eingekleidet, damit wir auch wie richtige Farmer aussehen 🙂

Im ersten Schritt wird ein Krug mit Salzwasser vorbereitet und die Reissamen hinein gegeben. Die Samen, die am Boden des Kruges bleiben, können für den Reisanbau verwendet werden. Die oben schwimmenden sind nicht geeignet und werden an die Tiere verfüttert.

Danach sind die Arbeiter auf die Hilfe von Susan und ihrer Familie angewiesen. Die Büffel werden benötigt, damit die Erde durchmischt wird und die Samen anschließend eingepflanzt werden können. 7 Stunden pro Tag läuft Susan im Reisfeld auf und ab. Das Startsignal ist dabei „Huihui”, während Susan bei “Yo-Yo” stehen bleibt.

Dabei muss man allerdings auf den Tonfall achten, in dem man Susan antreibt. Eine Frau unserer Gruppe hat ein so motiviertes „Huihui“ von sich gegeben, dass Susan dementsprechend schnell und abrupt losgelaufen ist. Das Resultat: die Dame landete kopfüber im Schlamm :S

Alex und Susan bei der Arbeit

Anschließend werden die Samen in die Erde gegeben (eigentlich eher Matsch) und zweimal täglich gegossen. Zur Pflege der sogenannten Reispatties gehört auch das Entfernen von Unkraut und die Bekämpfung von Ungeziefer.

Nach diesen Schritten lassen sich bereits die ersten Reiskörner erkennen. Die Reisstängel können nun geerntet werden und werden in größeren Büscheln zusammengebunden und zum Trocknen aufs Feld gelegt.

Wenn alles getrocknet ist, werden die Büschel mit einer besonderen Methodik abgeklopft. Daraus folgt, dass sich die Körner lösen und zu Boden fallen und die leeren Ballen entsorgt werden können.

Die gelösten Körner, sind aber nicht alle zur Reisverarbeitung geeignet. Um die leeren Reiskörner auszusortieren, wird mit einem Wedel Luft gemacht, während alles mit dem Fuß durchmischt wird. So fliegen die leeren Körner bei Seite und die guten Körner können weiterverarbeitet werden.

Die Arbeit ist zwar abwechslungsreich, aber auch körperlich anstrengend und die Temperaturen um 37 Grad machen die ganze Sache nicht gerade besser.

Meiner Meinung nach kommt jetzt der anstrengendste Schritt. Der Reis muss zerkleinert werden. Die Presse muss mit schnellen Fussbewegungen auf- und abbewegt werden. Sieht auf den ersten Blick zwar einfach aus, ist nach 5 Minuten aber schon mehr als anstrengend.

Am mutigsten finde ich die Frau am Ende der Presse, die den Reis mit den Händen umrührt, während die Presse betätigt wird. Ich kann kaum hingucken, als ich an der Reihe bin. 🙈

Danach wird es wieder etwas entspannter. Der nächste Schritt wird von den Frauen durchgeführt. In einem großen Bambuskorb wird der Reis mit verschiedenen Bewegungen durchmischt und so erneut aussortiert. Die Laoten sagen übrigens, dass wenn die Frau das gut kann, sie bereit für die Hochzeit ist 😂

Der Reis wird jetzt 3 Stunden im Wasser gelassen. Dadurch erhalten die Laoten Reiswasser, was beispielsweise als Sonnencreme oder Shampoo benutzt wird. Ein Teil der Reiskörner wird mit dieser Maschine zu Reismehl gemahlen und dann beispielsweise zu Reisnudeln verarbeitet.

Bevor wir den Reis endlich probieren dürfen, wird er noch in mehreren Schritten gekocht. Anschließend geht es für uns zur Verkostung. Neben Reisweinessig und Sticky Reis gibt es für uns noch diese ganze Platte mit Zutaten, die aus dem Reis zubereitet wurden. Alles schmeckt richtig gut!

Ein weiteres Highlight auf der Farm ist der Bamboo Workshop, den wir besuchen dürfen. Die Männer zeigen uns verschiedene Techniken. Nach viel Mühe und Anstrengung kann sich unser Ergebnis aber sehen lassen. Die Männer brauchen übrigens für einen Hut, wie ihn die Farmer tragen ca. 3-4 Stunden 😮

Zur Erfrischung gibt es für uns zum Schluss noch einen Bambussaft. Wie heißt es doch so schön: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Deshalb müssen wir die Bambusstängel auch erst zu Saft verarbeiten, was wieder einiges an Kraft abverlangt. 💪 Die Mühe lohnt sich aber, denn der Saft ist wirklich lecker.

Obwohl wir nach der Farmarbeit schon etwas K.O. sind, fahren wir aus der Stadt raus, um den bekannten Kuang Si Wasserfall zu besichtigen.

Als wir in den Park reinlaufen, kommen wir zuerst an einer Bären Hilfsstation vorbei.

Die verschiedenen Tafeln geben Einblick über das Leben der Bären. Daneben steht ein Käfig, in den man reinkriechen kann. Der Gedanke dahinter ist, dass man sich versuchen soll vorzustellen, wie es für die Bären ist eingesperrt zu sein. Obwohl ich nicht an Platzangst leide und viel kleiner als die Bären bin, bin ich froh und erleichtert als die Tür des Käfigs wieder aufgeht.

Es macht richtig Spaß den Bären beim Faulenzen zuzugucken. Jeder von ihnen ist benannt. Da ich aber keinen Unterschied erkennen kann, frage ich den Tierpfleger welcher von ihnen wer ist. Ich muss mir ein Lachen verkneifen, als er panisch durch seine Handyfotos zappt und seine Kollegin zur Hilfe holt, die aber auch keine Ahnung hat. 😅

Mittlerweile ist es noch wärmer geworden, so dass wir den ersten Wasserfall nutzen, um uns abzukühlen. Das Wasser ist frisch und hat eine milchig-blaue Farbe. Ein Fisch-Spa ist hier auch gleich mit integriert. Wenn man sich nicht bewegt, kommen die kleinen Fische und knabbern an einem rum.

Je weiter man in den Park reinläuft, desto schöner werden die Wasserfälle. Das Highlight ist dieser grosse Wasserfall am Ende. Man kann hier zwar nicht baden, aber er sieht einfach so schön aus und hat so eine beruhigende Wirkung.

Bevor die Touristengruppen kommen, machen wir uns wieder auf den Heimweg. Schließlich wartet unser Nachtmarkt Buffet wieder auf uns.👋

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