Tag 10🇩🇪 – Mekong Tour

Nach einem schnellen Frühstück stehen auch schon die TukTuks bereit, um uns zu unserer Weiterfahrt abzuholen. Eine zweitägige Tour auf dem Mekong in Richtung Luang Prabang steht auf dem Plan.

Der Mekong ist übrigens ca. 4350 km lang und zählt damit zu den längsten Flüssen der Welt. Er reicht von China bis nach Vietnam. Wir müssen aber zum Glück nur 330 km bis zu unserem Ziel zurücklegen.

Wir haben das ganze Boot zu viert für uns alleine! Vor dem Betreten müssen wir die Schuhe ausziehen, um das alte Parket nicht zu zerkratzen.

Auf dem Boot gibt es Obst und Getränke für uns und zum Mittag bekommen wir sogar ein richtiges Essen mit Hühnchen und Fisch zubereitet. Die Familie und ihr 12-jähriger Sohn leben übrigens auf dem Boot und haben eine kleine Wohnung am Bootsende.

Die Fahrt ist einfach atemberaubend. Wir schippern zwischen Laos und Thailand auf dem Mekong entlang und bestaunen diese grüne Berglandschaft. Unterwegs sehen wir immer wieder Einheimische auf ihren Fischerbooten. Auch Ochsen und Büffel kann man an jeder Ecke bestaunen. Diese sind nicht freilaufend, wie wir zunächst annehmen, sondern die Bauern bringen ihre Tiere jeden Tag an den Fluss, damit diese grasen und sich im Fluss abkühlen können.

Unterwegs halten wir in der Nähe eines kleinen abgelegenen Dorfes, um die Einwohner mit Essen zu beliefern. Das kann man sich gar nicht vorstellen, wo man bei uns doch alles so einfach im nächsten Supermarkt besorgen kann.

Trotz der unendlichen grünen Flächen findet man zwischen durch auch mal kleine kahle Flecken. Als Alex genauer nachfragt, wird uns erzählt, dass die Bewohner die Flächen dort abbrennen, um Reis anzubauen.

Die Reise mit dem Boot ist trotz der großen Distanz wirklich entspannt und angenehm. Das Beste habe ich ganz vergessen zu schreiben. Es gibt Liegen, auf denen man schlafen kann. Zum Sonnen kann sogar das Deck aufgeschoben werden 😍

Alex hat euch das nach dem Mittagessen mal demonstriert:

Nach 130 zurückgelegten Kilometern auf dem Mekong sind wir endlich in unserer Unterkunft angekommen. Diesmal kein Hostel, sondern ein Homestay bei einer laotischen Familie, die neben dem Mekong lebt. Total aufregend!

Allerdings müssen wir noch warten bis die Männer von den Feldern und vom Fisch fangen zurück sind, deshalb gibt es noch eine kleine Erfrischung im Mekong.

In der Zwischenzeit kommen die Dorfjungen zum Fußballspielen vorbei. Zwei der Jungs sagen uns, dass sie Bam und Nikon heißen..na, ob wir das richtig verstanden haben?! 😂 Alex ist sogar zum Fußball spielen eingeladen und scheint sichtlich erleichtert, dass das Spiel nicht 90 Minuten geht. In der prallen Sonne und im Sand kommt man ganz schnell aus der Puste. Wenn wir das richtig verstanden haben, erklärte Bam uns übrigens, dass sein Lieblings-Fussballverein Bayern München sei 🤨

Zur Stärkung gibt es auf dem Boot noch Abendessen und dann machen wir uns endlich auf den Weg zum Dorf. Mittlerweile ist es dunkel geworden und im Dorf scheint es wohl aktuell keinen Strom zu geben. Die Dorfbewohner laufen alle mit Taschenlampen 🔦 umher. Wir können bei Ankunft gerade noch die Umrisse der Häuser erkennen, die ganz unterschiedlich gebaut sind. Manche sehen eher aus wie kleine Baumhäuser, andere wie Scheunen.

Auf dem Dorfplatz ist schon allerhand los. Die Kinder tollen mit den Hunden und die Dorfmänner sitzen im Dunkeln zusammen und trinken Whiskey.

Als wir ankommen werden sofort Tische und Stühle für uns raus getragen. Nicht mal 2 Minuten später steht auch schon ein Dorfbewohner mit einer Flasche vor uns und drückt Alex ein Schnapsglas in die Hand. „Lao Whiskey“, sagt er grinsend, während er das Glas füllt. Wir wurden von unserem Guide im Vorfeld schon auf den selbstgemachten 60%-igen Whiskey auf Reisbasis vorbereitet. Nach dem Alex ausgetrunken hat, wird das Glas an mich weitergereicht. Wenn es draußen -40 Grad gewesen wären, wäre diese körperdurchströmende Wärme ganz angenehm gewesen, aber nicht bei fast +40 Grad! Das Glas macht weiter die Runde und wir schauen belustigt zu, wie die Anderen das Gesicht beim Trinken des Whiskeys verziehen. Wir sind ja bereits aus dem Schneider…denken wir zumindest bis unser Guide plötzlich erklärt: „Man muss immer mindestens zwei Gläser trinken. Die Laoten sagen, dass man auf einem Bein nicht stehen kann.“ 🙈

Also zwingen wir uns noch zu einem weiteren Shot. Wir wollen ja nicht unhöflich wirken.

In der Zwischenzeit gibt uns unser Guide einige Details über das Dorf.

Der Name des Dorfs ist Ban Thanoun und es leben 228 Einwohner hier. Die Männer, sowie Jungen ab 12 Jahren, gehen ab 6 Uhr morgens auf die Reisfelder zur Ernte. Das ist auch der Grund weshalb wir morgen schon um 6 Uhr früh abreisen müssen.

Dieses Jahr sei die Erde sehr trocken und die Ernte falle gering aus, was daran liegt, dass der Monsun sich verzögert. Der Monsun hätte eigentlich bereits im Mai anfangen sollen.

Wir erfahren außerdem, dass die Familien hier ungefähr mit 2$ pro Tag leben. 😱 Das ist für uns kaum vorstellbar. Umso beeindruckender finden wir, dass die Leute hier so glücklich und fröhlich sind, als würde es Ihnen an nichts fehlen.

In der Zwischenzeit ist alles für die Baci Zeremonie vorbereitet. Das ist eine Zeremonie, bei der die Dorfbewohner ihre Wünsche und Segen weitergeben und ein langes Leben wünschen. Diese Zeremonie wird beispielsweise auch bei Hochzeiten oder Umzügen in ein neues Haus durchgeführt. Genau wissen wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was auf uns zukommt.

Die große Scheune, in der die Zeremonie abgehalten wird, ist eine Art Gemeindezentrum. Die Zeremonie wird von einem ehemaligen Mönch durchgeführt. Wir staunen nicht schlecht. Der Raum ist voll mit ca. 40 Dorfbewohner, die uns alle angucken und auf die Zeremonie warten.

Zuerst werden wir gebeten uns vor einen geschmückten runden Tisch auf den Boden zusetzen. Während wir eine Hand auf den Tisch legen, fängt der Ex-Mönch schon an zu sprechen.

„Oh nein, guck mal die Flasche“, sagt meine Sitznachbarin panisch und zeigt neben uns auf den Boden. Da steht tatsächlich schon wieder eine ganze Flasche dieses Teufelswhiskeys. Und das erste Glas lässt auch gar nicht lange auf sich warten und das zweite gleich hinterher. Das geht hier schlimmer zu, als am Ballermann 😂

Gnädigerweise bekommen wir diesmal noch etwas zu essen dazu. Klebereis mit Kokosnuss Geschmack in einem Bananenblatt serviert…hmm ist das lecker! Ich würde gerne ein paar Whiskey Shots gegen diese Reisdinger tauschen, aber das geht leider nicht!

Anschließend müssen wir uns mit dem Rücken zum Tisch in Richtung der Leute setzen und unsere Arme ausstrecken. Dann kommen alle Dorfbewohner zu uns, um uns weiße Wollbänder um die Handgelenke zu binden, während sie die Wünsche aufsagen. Es sind übrigens ziemlich viele Wünsche, denn ich habe insgesamt an die 30 Armbänder bekommen, die ich jetzt auch nicht mehr ausziehen darf, weil es sonst Unglück bringt. 😂

Das ist das Ende der Zeremonie und wir können uns in den Kreis der Dorfbewohner dazusetzen, die anfangen Musik zu machen und zu singen. Nach einer weiteren Whiskey Runde (insgesamt ungefähr die 8) macht unser Guide darauf aufmerksam, dass wir uns einfach bedanken können, wenn wir keinen Whiskey mehr möchten und die Zeremonie damit dann beendet sei.

Anschließend machen wir uns auf den Weg zu unserer Gastfamilie. Wir schlafen zu viert bei einer Familie im Flur auf dem Boden. Wir 3 Mädels unter einem Moskitonetz und Alex hat sein eigenes Nachtquartier mit Netz. Außer uns schlafen in dem Haus noch 7 andere Personen, auch alle auf dem Boden in verschiedenen Zimmern. Um 21.30 Uhr wird bereits das Licht ausgemacht, weil die Arbeiter sich schon um 4.30 Uhr für die Feldarbeit fertig machen. Mal sehen wie die Nacht so wird. Gute Nacht und bis morgen =)

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s