Tag 9 🇩🇪- Weiterreise nach Laos

Um 9 Uhr erwartete uns bereits der Minivan zur Weiterreise nach Laos. Außer uns reisten noch 2 Kanadierinnen mit.

Schon nach 5 Minuten wussten wir, dass die Fahrt der blanke Horror werden würde. Nicht etwa aufgrund der kurvenreichen Straßen, die kannten wir bereits. Auch die Kanadierinnen waren sehr nette und lustige Reisebegleiterinnen. Das Problem war vielmehr unser Fahrer. Kennt ihr das, wenn jemand alle 2 Sekunden abwechselnd Gas und Bremse drückt? Das in Kombination mit den vielen Kurven war schon nach einer Stunde unser Untergang. Und geplant waren noch 8 weitere 😱

Wir waren mehr als erleichtert, als wir nach einer Stunde einen kurzen Stop einlegten, bei dem wir uns Snacks besorgen konnten.

Gestärkt mit Kaffee und Toast waren wir bereit die Prozedur weitere zwei Stunden über uns ergehen zulassen, bis wir endlich an unserem Zwischenstop ankamen: Dem weißen Tempel in Chiang Rai. Ich hatte bereits zuvor in Reiseführern Bilder des Tempels gesehen und konnte es den ganzen Vormittag bereits kaum erwarten endlich da zu sein.

Manche von euch denken jetzt vielleicht: „Schon wieder ein Tempel in Asien..was ist daran besonders?“, aber wartet bis ihr die Bilder seht. Erstaunlicherweise muss ich sagen, dass uns die Tempel bis jetzt noch nicht langweilen.

Der Bau des weißen Tempels, der offiziell “Wat Rong Khun” heisst, wurde 1997 begonnen und ca. 2008 fertiggestellt. Der Tempel besteht nicht nur, wie der Name es sagt, aus weißen Wände, sondern überall sind kleine Stücke von Spiegelglas angebracht. Wenn die Sonne ☀️ darauf scheint, funkelt und glitzern diese und verleihen dem Tempel etwas prunkvolles und majestätisches.

Kontrovers und eher unheimlich sind die Hände und Totenköpfe, die einen links und recht vor dem Eingang des Tempels empfangen. Die Idee dahinter ist, dass man an der Hölle (Hände und Totenköpfe) vorbei über die Brücke in den Himmel aufsteigt (der weiße Tempel).

Wir wurden vor Betreten des Tempels extra darauf gebrieft, dass es verboten ist auf der Brücke stehen zu bleiben und Fotos zu machen und man direkt bis zum Tempel durchlaufen muss.

Das scheint den Chinesen jedoch ziemlich egal zu sein. Es wird gepost und Fotos geschossen als gäbe es kein Morgen 📸 Dass sich eine lange Schlange bildet, scheint ihnen genauso egal zu sein, wie der Wachmann mit seiner Trillerpfeife, der aufgeregt auf- und abspringt und in verschiedenen Sprachen Dinge in sein Mikrofon spricht 🎤 Der arme Kerl kann einem fast leid tun 😅

Nach ca. 5 Minuten haben wir es endlich geschafft und stehen im Tempel. Von gegenüber starrt uns eine goldene Buddha Figur an. Ich erschrecke mich fast ein wenig, als ich den Mönch sehe, der vor dem Buddha kniet. Nachdem er sich nach 5 Minuten immer noch nicht bewegt hat, gehe ich einfach mal davon aus, dass es sich um eine Wachsfigur handelt😂

In dem Tempel scheint sich der Architekt vollkommen ausgetobt zu haben. Das majestätische Äußere, die gruseligen Arme an den Seiten und im Innenraum…Komikfiguren! Egal, ob Sailer Moon, Pokémons, Spiderman oder Figuren aus Star Wars..alle sind in mühevoller Kleinstarbeit in die Wandmalerei mit eingearbeitet. Ein Foto gibt es hiervon leider nicht, weil das Fotografieren im Innenraum des Tempels verboten ist ☹️

Kurz vor der Weiterfahrt haben wir noch diesen wundervollen goldenen Tempel entdeckt und einen kleinen Fotohalt eingelegt, bevor die Fahrt weiterging.

Gegen Nachmittag kamen wir dann an der laotisch-thailändischen Grenze an. Zuerst gab es einen Check-out in Thailand. Die Visa wurden überprüft und die ausgefüllte Ausreisekarte einbehalten, bevor wir aus Thailand herauslaufen durften. Eine der Kanadierinnen hatte sich mit dem Aufenthalt verrechnet und war versehentlich einen Tag über ihre Aufenthaltserlaubnis in Thailand geblieben. Nach 500 Baht (15 Euro) Strafe durfte sie ebenfalls in den Bus steigen. Mit dem Bus fuhren wir nun 5 Minuten bis zum laotischem Grenzübergang.

Dort musste wir wieder unsere ausgefüllten Karten abgeben und für ein Foto posieren. „Nice Photo!“ lobte mich der Offizier, als ich in die Kamera guckte. Das konnte nur ironisch gemeint sein, denn die Haare klebten in meinem Gesicht und ich war rot wir eine Tomate 🍅 Sehr charmant die Laoten 😂😂😂

Die Hauptsache war, dass wir alle unser Visum bekamen. Uns wurde vor Einreise gesagt, dass wir lieber in Dollar bezahlen und das Geld passend dabei haben sollten. Die Preise werden übrigens nach Nationalität festgelegt. Alex und ich bezahlten 30$ pro Kopf, die Kanadierinnen z.B. jeweils 42$ für ihr Visa-on-arrival. Dabei werden die Dollarnoten besonders streng kontrolliert. Bei der einen Kanadierin war ein kleiner Knick im 20-Dollarschein, so dass dieser nicht akzeptiert wurde.

Mit TukTuks ging es nun noch 20 Minuten weiter in unser Guesthouse nach Huay Xai. Man war das angenehmen wieder auf der „richtigen“ Seite der Fahrbahn zu fahren 😅 Dieser kleine Ort war übrigens alles andere als touristisch. Überall saßen die Einheimischen mit ihrem Bier am Straßenrand und winkten uns zu. „Die Leute arbeiten freitags nur bis zum Mittag und treffen sich anschließend zum Feierabendbier“, erklärt uns La, der ein echter Laote ist. Darüber hinaus erklärte er uns noch, dass Bier das Nationalgetränk und sogar günstiger als Wasser sei!

Am Abend gingen wir gemeinsam mit den Kanadierinnen auf eine kleine Erkundungstour. Dabei trafen wir auf diese Stufen, die auf einen Berg führten. Die Mühe der vielen Stufen wurde belohnt, als wir oben ankamen. Wir standen vor einem großen goldenen Tempel und auf der anderen Seite hatten wir einen wundervollen Ausblick über Laos und Thailand.

Wir waren gerade in unsere Fotos vertieft, so dass wir die Mönche gar nicht wahrnahmen, die auf uns zukamen. „Excuse me?“, ertönte es plötzlich hinter mir. Ich zuckte sofort zusammen, weil ich genau wusste, was ich falsch gemacht hatte. Ich war mit Shorts und schulterfreiem Oberteil auf einem Tempelgelände…Mist! Ich wollte gerade sagen, dass ich runtergehen würde, als der Mönch auf einmal in Englisch weitersprach und mich dabei direkt anguckte: „Where are you from?“. Ich war ganz irritiert, ich erinnerte mich daran in mehreren Büchern gelesen zu haben, dass Frauen nicht mit Mönchen sprechen dürfen, geschweige denn sie anfassen oder sich neben sie setzen. Das schien dem jungen Mönch aber egal zu sein. „Mein Name ist Mhoket und ich gehe hier zur Schule“, erklärte er uns. Mhoket zeigte uns ebenfalls die bunte Flagge, die für den Buddhismus steht.

Wir durften noch ein Foto von ihm machen, bevor Mhoket nach Hause musste.

Wir blieben noch ein bisschen auf dem Berg, bevor wir uns auf den Weg zum Abendessen machten. Obwohl wir erst ein paar Stunden in Laos waren, fiel uns sofort auf, dass es viel einfacher ist mit den Leuten zu kommunizieren. Die Jüngeren sprechen Englisch und wollen es auch unbedingt praktizieren, während die ältere Bevölkerung Französisch spricht. Laos war nämlich eine französische Kolonie und ist erst seit 1949 unabhängig.

Vom Essen sind wir genauso begeistert wie in Thailand, nur dass alles noch günstiger und die Atmosphäre familiärer ist. Als wir beim Essen sitzen, toben die Kinder des Besitzers um uns herum, winken uns und singen Lieder 🎵 Da fühlt man sich doch gleich wie zu Hause. Wir sind jetzt schon ganz fasziniert von diesem Land und freuen uns auf weitere Erlebnisse in Laos!

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