Tag 8 🇩🇪– Ich sehe Elefanten! Überall!

Um 7 Uhr klingelt der Wecker, aber wir sind schon vorher wach, weil wir so aufgeregt sind. Heute werden wir zum ersten Mal Elefanten in freier Wildbahn sehen.

Nach einem schnellen Frühstück steht auch schon der Minivan bereit, der uns in das 60 km nördlich von Chiang Mai liegende Elefantenreservat bringt. Mit uns nehmen noch 6 andere Personen an dem Ausflug teil.

Je nördlich wir fahren, desto grüner wird die Natur, die wir vom Fenster aus bestaunen können. Elefanten können wir bis jetzt aber nirgends entdecken.

Nach 60 Minuten dürfen wir endlich aus dem Bus aussteigen und an der Schlange vorbeigehen, die sich vor dem Ticketverkauf gebildet hat. Unsere Tickets wurden uns bereits im Bus ausgehändigt.

Erste Station: Bamboo Rafting. Mit unserer 8 Personen- Gruppe dĂĽrfen wir nach und nach auf das BambusfloĂź aufsteigen. Sowohl hinten, als auch vorne steht jeweils ein Mann mit einem langen Bambusstab, der die Richtung kontrolliert. Ich gebe zu, dass ich das FloĂź auf den ersten Blick nicht so vertrauenserweckend finde.

Die ersten Zweifel sind schnell beseitigt, als die Fahrt endlich losgeht. Überall diese wunderschöne bergige Landschaft mit den vielen riesigen grünen Bäumen und Büschen. Kurze Zeit später sehen wir auch schon die erste Gruppe Dickhäuter, die neben uns im Fluss badet. So ein unbeschreiblich schöner Anblick. Während dieser 40-minütigen Flussfahrt fühle ich mich so entspannt, wie schon lange nicht mehr.

Nach dem Bamboo Rafting geht es zur Elefanten Show. Wir betreten eine groĂźe Halle, in der schon 6 Elefanten auf uns warten. Danach dĂĽrfen wir die Elefanten fĂĽttern und sie streicheln. Leider gibt es davon nicht viele Fotos, da die Elefanten die Dinge schnell an sich genommen haben. Auf dem Foto sieht man gerade noch, wie der Elefant mir den Hut klaut.

Einige Zeit später werden wir gebeten Platz zu nehmen und die Elefanten werden namentlich vorgestellt. Es ist erstaunlich, dass sich die Elefanten sowohl in Größe, als auch in ihrer Farbe so drastisch voneinander unterscheiden. Eine Mitarbeiterin des Reservats gibt uns einige Informationen über die Lebensweise der Dickhäuter. Wir lernen beispielsweise, dass Elefanten täglich bis zu 10% ihres Körpergewichts verspeisen. Ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass die weiblichen bis zu 2700 kg und die männlichen Elefanten bis zu 5000 kg wiegen können.

Kurz darauf geht die Elefanten Show los. Wir sind etwas überrascht, weil wir von diesem Programmpunkt vorher nichts gelesen hatten. Die Elefanten malen plötzlich Bilder (und wirklich schöne Bilder!), spielen Fußball und tanzen wild umher. Wir wissen erst einmal gar nicht wie wir reagieren sollen. Einerseits ist es beeindruckend, dass die Tiere so schlau sind und so etwas erlernen können. Andererseits finden wir es doch recht unnatürlich einen Elefanten zu sehen, der zum Dank einen Knicks macht. Uns haben die Elefanten in der freien Wildbahn besser gefallen und wir finden, dass sie dort ausnahmslos auch hingehören!

Sogar mit Anfangsbuchstaben von den Elefanten unterschrieben

Nach der Show gibt es für unsere Gruppe eine kurze Pause, in der wir Mittagessen gehen können. Wir lernen beim Essen zwei Mädels aus unserer Gruppe kennen. Marisa, 36 Jahre alt und ihre Nichte Maria, die gerade aus Irland zu Besuch ist. Beide kommen ursprünglich aus Spanien. Wir staunen nicht schlecht, als Marisa beim Essen plötzlich thailändisch spricht, um uns noch etwas Obst zu bestellen. Sie erklärt uns, dass sie mit ihrem Mann und ihren 5 Kindern seit ungefähr 9 Jahren in Thailand lebt.

Von Marisa erfahren wir im Laufe des Tages viel über die thailändische Kultur. Dass der König von den Thailändern verehrt wird und man überall Bilder von ihm in den Straßen sehen kann, haben wir in Bangkok bereits festgestellt. Marisa erzählt uns, dass der alte König erst kürzlich gestorben sei und die Bevölkerung ein Jahr lang in schwarzer Bekleidung rum gelaufen ist. Auch die Flagge der Regierung war zu diesem Zeitpunkt schwarz. Erst seit dem der neue König gekrönt wurde, ist sie erneut in gelb zu sehen.

Im Kino wird vor jedem Film ein Abspann über die Königsfamilie gezeigt. Alle Besucher müssen während dieses Kurzfilms aufstehen. Falls sich jemand weigert, kann das rechtliche Konsequenzen haben und sogar in einer Gefängnisstrafe enden. Marisa erzählt uns, dass ihre Kinder in eine thailändische Schule gehen und zweimal täglich eine Hymne zu Ehren der Königsfamilie singen müssen. Eine Schulpflicht gibt es in Thailand übrigens nicht, da die Schule viel Geld kostet. Kinder aus ärmeren Familien haben die Möglichkeit von Mönchen unterrichten zu werden.

Nach dem Mittagessen gibt es eine kurze Kutschfahrt durch das nahe gelegene Dorf, aber nicht etwa mit Pferden, sondern mit Ochsen. Der Kutscher lässt uns sogar auch mal nach vorne, um den Wagen zu steuern. Zugegeben, so richtig gehorcht, haben uns die Tiere nicht.

Bevor wir wieder zu unserem Hostel zurück gebracht werden, machen wir einen kurzen Halt in dem 20 km entfernten Orchideengarten. Hier kann man nicht nur schöne Blumen, sondern auch bunte Schmetterlinge bewundern. Nach ein paar Schnappschüssen geht es am Nachmittag wieder zurück in unser Hostel.

Wir beschließen am Abend noch einmal auf den Nachtmarkt zu gehen, um nach kleinen Souvenirs Ausschau zu halten. Als wir gerade bei einem Stand stehen bleiben, treffen wir zufällig Maria und Marisa, die ebenfalls eine letzte Shoppingtour machen

Heute ist nicht nur unser letzter Abend, sondern auch Marias, die morgen früh wieder zurück nach Irland fliegt. Wir beschließen gemeinsam noch etwas trinken zu gehen und Marisa lädt uns nicht nur zu einem thailändischen Bier ein, sondern bringt auch verschiedene Teller aus dem Streetfood-Zelt mit, die wir alle brav probieren.

Wir freuen uns zwei so tolle Menschen kennengelernt zu haben und hoffen, dass wir uns irgendwann und irgendwo auf der Welt noch einmal begegnen werden.

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