Tag 6 🇩🇪 – Auf nach Ayutthaya

Trotz der vielen ersten Eindrücke in Bangkok haben wir nach 5 turbulenten Tagen beschlossen weiterzureisen. Heute ging es für uns mit dem Minivan in das 80 km entfernte Ayutthaya.

Ayutthaya war früher Thailand’s Hauptstadt, in der insgesamt 33 Könige regierten. Sie war bis zum 18.Jahrhundert die wichtigste Metropole des südostasiatischen Festlandes.

Als wir in Ayutthaya ankommen, fällt uns direkt der Kontrast zu Bangkok auf. Weniger Chaos, weniger Menschen und vor allem wenig Touristen. Die Kinder werfen einem neugierige Blicke zu, weil wir wohl zu dieser Jahreszeit auch hier als Touristen eher eine Rarität sind.

Bei Ankunft steht unser TukTuk schon bereit, um uns zum Flussufer zu bringen. Geplant ist eine Bootsfahrt zu 3 Tempeln: Dem weltbekannten Wat Chaiwatthanaram im Geschichtspark, dem Wat Putthaisawan und dem Wat Pananchoeng.

Schon die Bootsfahrt an sich ist ein absolutes Highlight. Nach Bangkok genießen wir die vielen Grünflächen um uns herum und die Bootsfahrt hat irgendwie etwas entspannendes.

Während man in Bangkok an manchen Ecken Armut und an der nächsten wieder Reichtum mit Luxusautos sehen konnte, scheint in Ayutthaya die Armut zu überwiegen. Die Häuser am Ufer erinnern ein wenig an instabile Baumhäuser. Die Leute hingegen sind sehr freundlich, winken uns von weitem zu, lachen und scheinen glücklich und zufrieden.

Wir sind etwas erstaunt darüber, dass die Einwohner hier sogar im Fluss Baden, wo wir bereits mehrere Warane im Wasser gesehen haben 😱

Wir haben uns für die Boots-Tempeltour übrigens einer Gruppe mit einem Guide angeschlossen, um nicht alle Details immer nachlesen zu müssen und uns einfach mal berieseln zu lassen.

Die anfängliche Vorstellungsrunde verlief nicht ganz so nach meiner Vorstellung. Wir sollten alle unsere Namen sagen und der Guide wiederholte sie. Dabei schlug er sich wirklich tapfer. Namen wie “Alexandre” und “Harry” konnte er fehlerfrei aussprechen. Da ist mein Name dagegen ein Kinderspiel, dachte ich. Ich war die letzte an der Reihe und stellte mich mit „Caro“ vor. Der Guide guckte mit einem breiten Grinsen zu mir rüber und wiederholte stolz „Kako“! Ich wiederholte den Namen noch dreimal, aber er blieb bei „Kako“.😂 Alex fand das ganz amüsant und sagte neben mir: „Ich taufe dich auf den Namen Kako.“, was übrigens auf Griechisch „böse“ bedeutet.🙈

Als wir am ersten Tempel ankommen, sind wir sofort hin und weg. Der Wat Chaiwatthanaram ist eine riesige Tempelanlage, die damals dem König gehörte, der dort alle Arten von religiösen Zeremonien abhielt.

Der Tempel wurde 1630 im Khmer Stil erbaut. Der komplizierte Name bedeutet wörtlich übersetzt übrigens Tempel der langen Herrschaft und ruhmvollen Ära.

Im Krieg mit den Burmesen 1767 wurde der Tempel vollkommen zerstört und Plünderungen, sowie Verkauf der Ruinen und Ziegelsteine standen auf der Tagesordnung. Erst 1987 beschloss die Regierung in die Restaurierung des Tempels zu investieren, der erst seit 1992 wieder so aufgebaut ist, wie man es auf dem Foto sehen kann.

Der zweite Stop: Wat Putthaisawan.

Der Tempel wirkt etwas unscheinbarer, aber trotzdem sehr prunkvoll. Beim Eintreten wird man von 108 Buddhas begrüßt. 108 ist im Buddhismus eine magische Zahl, wie uns der Guide erklärt. Wir lernen außerdem, dass der Buddhismus von Alexander dem Großen und seiner Armee aus Indien ins Land gebracht und so in Thailand bekannt wurde.

Der weiße Prang, der ein wenig an einen Maiskolben erinnert, ist ein Highlight des Tempels. Beim Eintritt fällt einem nicht nur die mittig sitzende goldene Figur auf, sondern auch der unangenehme Geruch, der durch die hunderten Fledermäuse an der Decke zu Stande kommt.🤢

Nach dem wir auch hier den liegenden Buddha bestaunt haben, geht es ans Flussufer zu den Riesenwelsen. Jedes Fischerherz geht hier beim Beobachten der Welse auf. Es herrscht so ein Getummel, dass man mit den bloßen Händen bereits mehrere Fische fangen könnte. Fischfutter? Wird hier nicht benötigt. Die Fische kommen sogar bei Toastbrot angeschwommen 😅

Dritter und letzter Stop: Wat Phanan Choeng

Bereits der Tempel, die Skulpturen und die umliegenden Gebäude zeigen, dass Wat Phanan Choeng immer unter chinesischen Einfluss stand.

Phra Trai Rattanyok

Dir Hauptattraktion ist heutzutage der “Phra Trai Rattanyok”, ein 19 Meter großer Buddha im Tempelinneren. Solche riesigen Buddhafiguren, die heutzutage viele Besucher anziehen, galten früher als Banalität und waren in fast jedem Tempel zu sehen.

Als wir aus dem Boot aussteigen, steht unser TukTuk schon bereit, um uns zum Bahnhof zu bringen. Heute Nacht gibt es nämlich kein Hostel, sondern einen Nachtzug nach Chiang Mai.

Als wir auf den Zug warten, haben wir keine Ahnung, was da auf uns zukommt. Gibt es zurück klappbare Sitze oder sogar Betten? Nach dem zwei wirklich alte klapprige Züge an uns vorbeifahren und wir uns schon auf eine schlaflose Nacht einstellen, fährt plötzlich unser Zug vor, der sich auf den ersten Blick ganz passabel aussieht.

Wir begeben uns auf die Suche nach unseren Sitzplätzen, die in unserem Fall bereits zu einem Bett umfunktioniert wurden. Hier sieht es aus wie in einer Jugendherberge. Ein ganzes Abteil mit Hochbetten ☺️

Die Betten sind bequemer als erwartet und mit Schlaf gehen die nächsten 12 Stunden sicherlich wie im Flug vorbei 🙂

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