Tag 3&4 🇩🇪 – Der Tempelmarathon

Wir hatten uns vorgenommen heute früh aufzustehen, um die Sehenswürdigkeiten in Sanam Luang, der Innenstadt zu besichtigen. Aus dem gestellten Wecker für 7 Uhr wurde dank Snooze-Taste dann aber 8.30 Uhr 😀

Bei unserem Frühstück im Hostel beratschlagten wir, wie wir auf schnellstem Weg in die Stadt kommen können. Es war immer noch Rush Hour, also mindestens 2 Stunden mit dem Bus. Nach unserem gestrigen Dilemma mit der Haltestelle, wollten wir uns eine erneute Busfahrt eigentlich sparen, ein Taxi war uns jedoch zu teuer. Nach einer kleinen Google Recherche kamen wir auf den Namen einer App, die „Grab“ heißt und vergleichbar mit der für Indonesien verwendeten App „Uber“ ist. Man gibt seinen Standort und das gewünschte Ziel an und, ob man eine Mitfahrgelegenheit mittels privaten Fahrer, Taxi oder Moped möchte. Der Preis wird einem direkt angezeigt. Nach ungefähr 3 Klicks ploppte das Bild unseres Fahrers und die Automarke auf mit einer Nachricht, dass er in ungefähr 2 Minuten da sei. Was für eine super Erfindung.

Als wir kurz darauf im Auto saßen, fragte uns der Fahrer etwas auf thailändisch und verstand weder unsere Gestiken, noch unser Englisch. Ich begann schon etwas ungeduldig zu werden, als der Fahrer plötzlich eine Idee zu haben schien. Er tippte etwas auf thailändisch in sein Telefon und plötzlich blinkte bei mir eine Nachricht auf mit: „Do you want the expressway?“

Wir waren ganz aus dem Häuschen..so eine tolle App. Nach 25 km und 50 Minuten waren wir an unserem ersten Ziel, dem Grand Palace, angekommen. Die Fahrt hat uns übrigens umgerechnet nur 8 Euro gekostet. Man sollte allerdings wissen, dass die App die Mautgebühr (anders als bei Uber) nicht mit einrechnet.

Grand Palace

Der Grand Palace wurde 1782 errichtet und ist eine der Hauptattraktionen Bangkoks. Man findet auf dem 218 000 qm großen Gelände nicht nur den königlichen Palast, sondern auch den berühmten Tempel des Smaragdbuddhas, sowie einige Regierungsgebäude.

Nach stolzen 500 Baht (ca. 15 Euro) pro Person durften wir mit ungefähr 3 großen Touristengruppen in den Palastkomplex eintreten. Wir holten uns für 200 Baht noch einen Audioguide und los ging es.

Alex vor dem Wat Phra Kaeo

Das absolute Highlight des Grand Palace ist der Wat Phra Kaeo. Dies ist der königliche Tempel mit dem bekannten 66cm großen Smaragd-Buddha. Der gehört heute noch zu den Plätzen höchster Religiosität und wird von den Thailändern besucht, um Buddha Respekt zu erweisen. Nach dem man die Schuhe ausgezogen hat, darf man den Tempel betreten und sieht mittig den Smaragd-Buddha auf einem aus Holz geschnitzt und vergoldetem Thron sitzen. Der Buddha trägt je nach Jahreszeit (Sommer, Winter, Regenzeit) ein anderes Gewand. Der Wechsel der Gewänder wird unter einer königlichen Zeremonie durchgeführt. Der unmittelbare Platz vor dem Buddha ist für die Thailänder zum Beten reserviert. Der Smaragd-Buddha besteht übrigens gar nicht aus Smaragd, sondern aus Jade.

In dem Grand Palace gibt es noch zahlreiche andere Gebäude zu bestaunen. Sogar ein kleines Angkor Wat wurde hier gebaut.

Angkor Wat im Grand Palace

Touristische Orte sind manchmal zwar überfüllt und man ist leicht genervt. Das Positive ist jedoch, dass man schnell andere Touristen kennen lernt. So kamen wir auch mit einem Pärchen aus China ins Gespräch. Ok, Gespräch ist vielleicht etwas zu übertrieben, da die Beiden kein Wort Englisch sprachen, aber wir hatten einen netten Kontakt. Die Beiden baten uns einige Fotos von ihnen zu machen und wollten anschließend welche von uns machen. Dabei kam die Frau so in Fahrt, dass wir innerhalb von 5 Minuten vor gefühlt jedem Gebäude im Grand Palace posieren mussten. Zum Abschied gab es dann noch ein Selfie zusammen.

Golden Mount

Der Golden Mount, oder auch Wat Saket genannt, gehört zu einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Bangkoks. Die goldene Spitze des Tempels kann man schon von Weitem bestaunen. Es ist aber nicht der Tempel selbst, der die Touristen anzieht . Wenn man die 300 Stufen auf 80 Meter Höhe erklimmt, hat man einen schönen 360°-Panorama-Ausblick auf Bangkok. Damit der Aufstieg nicht so langweilig ist, gibt es auf dem Weg nach oben ebenfalls viel zu bestaunen.

Ganz unten kann man häufig die Mönche beobachten und auf dem Weg nach oben fühlt man sich wie in einem kleinen Dschungel, sogar ein Glockenspiel kann man unterwegs ausprobieren.

Der Tempel an sich war jetzt nicht so besonders. Lustig fand ich es, dass vor der Tür extra ein Schild angebracht war, dass man seine Schuhe bitte anlassen solle.

Obwohl das Schild in mehreren Sprachen existierte, scheinen die Touristen es nur mäßig verstanden zu haben, wie man hier sehen kann:

Wat Arun

Zu unserem nächsten Ziel, dem Wat Arun, mussten wir einige Zeit am Fluss entlang laufen.

Der Wat Arun wird auch „Tempel der Morgenröte“ genannt. Er wird von oben bis unten mit chinesischem Porzellan geschmückt, das im Licht der Morgensonne ein Farbenspiel auslöst. Die Legende besagt übrigens, dass beim Erbauen des Tempels nicht genügend Porzellan vorhanden war. Der König rief daraufhin die Bevölkerung dazu auf ihr zerbrochenes Porzellan abzuliefern.

Bei uns war es leider an dem Besichtigungstag etwas bewölkt, so dass das Farbenspiel ausblieb, aber wir haben es uns nicht nehmen lassen den Tempelkomplex von Innen anzugucken.

Die Kleinstarbeit der Porzellanteile ist wirklich erstaunlich. Für uns gab es dann noch eine kleine Pause auf dem künstlichen Rollrasen neben dem Tempel, bevor es zum nächsten Tempel ging.

Dafür mussten wir den Fluss mit einem Boot überqueren, das quasi zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zählt. Innerhalb von 2 Minuten ist man am anderen Flussufer und vom Boot aus, hat man noch mal einen besonders schönen Ausblick auf den Wat Arun.

Wat Pho

Nächster Stop: Wat Pho. Ok, ich gebe zu an diesem Punkt waren wir schon echt ein wenig K.O. Und sind mehrmals um den Tempel herumgelaufen, weil wir überlegt haben, ob wir ihn nicht vielleicht auslassen. Unterwegs trafen wir zwei Deutsche, die gerade aus dem Tempel kamen und geradezu von dem Tempel schwärmten und uns rieten ihn auf jeden Fall zu besichtigen.

Im Nachhinein sind wir froh, dass wir ihn nicht ausgelassen haben, denn die Tempelanlage ist wirklich einzigartig. Die größte Attraktion ist der liegende Buddha, der 46 m lang ist und der ist wirklich beeindruckend.

Nach dem wir alle Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste abgeklappert hatten, sagte uns ein Blick auf die Karte, dass die nächste brauchbare Bahnhaltestelle 5 km entfernt war. Auch das noch!

Es waren immer noch 37 Grad und wir waren schon über 20 km gelaufen und die Füße taten langsam weh. Widerwillig wollten wir gerade loslaufen, als plötzlich von der Seite kam: „TukTuk?“

Wir packten unsere Verhandlungskünste aus und schon saßen wir ein paar Minuten später in dem Party TukTuk in Richtung Bahnhaltestelle. „Party Tuktuk” habe ich es übrigens getauft, weil es hinten Disco-Lichter gab, die während der Fahrt wild durcheinander leuchteten. Unser Fahrer machte unterwegs noch ein wenig Sightseeing mit uns, bevor er uns an der Haltestelle absetzte.

Unsere erste TukTuk Fahrt

Auf dem Weg zum Hostel merkten wir nicht nur den Schmerz in unseren Füßen, auch der Magen knurrte. Kein Wunder, vor lauter Sightseeing hatten wir das Mittagessen völlig vergessen.

Kurz vor dem Hostel gab es ein kleines Restaurant, in dem viele Einheimische an kleinen Tischen auf der Straße saßen. Vor ihnen befand sich eine Metallschale.

„Das habe ich gelesen! Das ist Moo Kata, eine Mischung aus Barbecue und Fondue. Das müssen wir unbedingt probieren“, sagte ich zu Alex. Wir schnappten uns den freien Tisch und ich zeigte bei unseren Nachbarn auf den Tischgrill, um das selbe zu bekommen. Kurze Zeit später stand der Grill ebenfalls an unserem Tisch, aber nicht mit Hühnchen, sondern mit einer Menge Meeresfrüchten. Dieses Restaurant hatte nicht mal Karten mit Bildern, was es wirklich schwierig machte uns zu verständigen. Die Bedienung holte ihre Tochter aus der Küche, die ein bisschen Englisch verstand und so kamen wir doch noch zu unserem Hühnchen. Außerdem stellte die Bedienung uns einen Korb mit einem Ei, Glasnudeln, Koriander, Petersilie, Weißkohl und sämtlichen uns unbekannten anderen grünen Blättern auf den Tisch.

„Hast du zufällig auch gelesen, was man jetzt machen muss?“, fragte mich Alex. Das hatte ich natürlich, aber ich hatte was von Pilzen und Zucchini gelesen. Mit diesem Grünzeug konnte ich überhaupt nichts anfangen. Also warteten wir geduldig bis unsere anderen Tischnachbarn ihren Grill ebenfalls hatten, um dort abzugucken.

Also das Fleisch grillt man in der Mitte und die Zutaten aus dem Körbchen werden in der Soße an der Seite gegart. Zwischendurch muss man die Seiten immer wieder mit Wasser auffüllen.

Übrigens fanden wir später mittels Internetrecherche heraus, dass man die Soße, die an den Seiten entsteht, als Suppe essen kann.

Wir waren stolz wie Bolle. Unsere erste TukTuk Fahrt und jetzt auch noch das erste Moo Kata. Und es war wirklich lecker! Ich weiß nicht, ob die Einheimischen uns so seltsam musterten, weil wir in dem Viertel als Touristen eine Rarität waren oder doch, weil wir das mit der Moo Kata nicht ganz verstanden haben. Jedenfalls waren wir mit unserem Tag rundum zufrieden.

Tag 4

Am nächsten Tag wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen und uns die bekannten Einkaufszentren angucken. Hier findet man von sehr teuren Zentren zu sehr günstigen, alles was das Shoppingherz begehrt. Unsere Taschen waren leider immer noch überfüllt, weshalb man den Rundgang auch eher unter „Sightseeing“ als unter „Shopping“ verbuchen kann.

Dieser Teil der Stadt war irgendwie ganz anders, als der den wir gestern besichtigt haben. Zwar gab es zwischendrin auch den ein oder anderen Tempel, aber hauptsächlich war die Lage von riesigen Wolkenkratzern geprägt. Zwar hätte ich mir nicht vorstellen können, dass das überhaupt möglich ist…, aber auf den Straßen herrschte hier noch 10mal mehr Chaos, als wir es bisher in Bangkok gesehen hatten.

Wir schlenderten zum Schluss noch durch die verschiedenen Street Food Markets und statteten auch der bekannten Backpacker Straße „Khao San Road“ einen Besuch ab. Hier sieht man das Nachtleben von Bangkok, wie man es aus den Medien kennt. Laut, viel Alkohol, komische Gestalten und jede Menge Ladyboys..wobei manche so weiblich aussehen, dass es mehrere Hingucker benötigt, um sie als Ladyboy zu enttarnen.

An diesem Abend nahmen wir den langen Heimweg bis zum Hostel gerne in Kauf, weil wir es nach der Khao San Road zu schätzen wussten in einem ruhigen und eher weniger touristischem Viertel zu wohnen.

Als wir geraden den Tag Revue passieren ließen und uns darüber unterhielten, dass wir bis jetzt wirklich Glück mit dem Wetter hatten, weil eigentlich bereits Regenzeit ist, fing es plötzlich an wie aus Eimern zu schütten. Nach dem wir eine Stunde unter einem Baum gewarteten hatten und eigentlich bereits komplett durchnässt waren, beschlossen wir einfach weiter zum Hotel zu laufen.

So sahen wir dann bei der Ankunft im Hostel aus 😀

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