Tag 2 🇩🇪– Erste Eindrücke aus Bangkok

Um 8.24 Uhr kam unser Flieger endlich in Bangkok an. Für uns war es zu dem Zeitpunkt allerdings 3.24 Uhr nachts. Total übermüdet trotteten wir zur Gepäckausgabe und anschließend zur Passkontrolle. Ich hatte vorher gelesen, dass die Kontrolle zeitweise sehr lange Wartezeiten mit sich bringen kann. Im Flieger hatten wir bereits unsere Einreisedokumente ausgefüllt. Wir waren positiv überrascht, dass alles so schnell ging. Fingerabdrücke abgegeben, einen Stempel in die Pässe und weiter ging es. 👍

Nach einem ungefähr 1,5 km langen Fußweg waren wir an der Metrostation angekommen. Wir staunten nicht schlecht, als sich alle Thailänder vor die gemalten Pfeile auf dem Boden in einer Reihe aufstellten. Als der Zug endlich ankam und die Türen aufgingen, ertönte plötzlich eine Trillerpfeife neben uns. Die Leute stiegen zwar aus, aber alle anderen blieben auf ihren Plätzen stehen. Zwei Damen stiegen ein, die den Zug putzten und die Mülleimer leerten. Erst als der Mann neben uns die Pfeife zum zweiten Mal betätigte, stiegen die Leute in den Zug ein.

Als Fahrkarte diente übrigens ein kleiner Chip, wie man ihn vom Einkaufswagen her kennt. Diesen kauften wir am Flughafen für 45 Baht und warfen ihn bei Ankunft an unserer Haltestelle wieder ein, um durch das Drehkreuz zu gelangen.

Wir staunten nicht schlecht..dem ersten Eindruck nach zu urteilen, schien es hier noch geregelter zuzugehen, als bei uns.

Dieser Eindruck änderte sich jedoch schnell, als wir aus der Bahn ausstiegen, um unsere Busstation zu suchen. Auf den Straßen herrscht nicht nur Linksverkehr, sondern von außen her sieht es aus wie das pure Chaos. 🚗 Überall drängelt sich noch ein Auto dazwischen und man wartet darauf jede Minute einen großen Knall zu vernehmen, aber irgendwie scheinen die Thailänder ihr Chaos im Griff zu haben.

Die Herausforderung für uns war es, sich auf die andere Straßenseite zu begeben, wo sich unsere Busstation befand. Eine Ampel oder ein Zebrastreifen waren weit und breit nicht in Sicht, so dass wir erst einmal vor der Kreuzung standen und das Chaos weiter beobachteten, als uns plötzlich ein Hund die Straßenüberquerung vormachte. Er lief einfach drauf los und die Autos blieben stehen. Wir zögerten noch und liefen erst los, als ein älterer Herr, der vor uns auf einem Moped zum Stehen kam, uns aufmunternd zunickte. Scheinbar macht man das hier so…die quietschenden Reifen sorgen täglich mindestens genau so für einen Adrenalinkick, wie ein Fallschirmsprung.

Das Zweite, das uns auf den Straßen sofort auffiel, waren die Kabel über den Straßen..ich korrigiere mich: der Kabelsalat über den Straßen. Ab und an hing die Kabel auch schon mal bis zum Boden herunter.

Auf dem Weg zum Hostel machten uns nicht nur die Müdigkeit und die 20 kg auf unseren Schultern zu schaffen, sondern auch die Temperatur. Hatten wir nicht was von Regenzeit gelesen? Bei der hohen Luftfeuchtigkeit und den mindestens 37 °C hatte das eher was von Sauna..🔥

Als wir nach insgesamt 1,5 Stunden im Hostel ankamen, wollten wir einfach nur schlafen, aber zu früh gefreut. Check-in war erst in 3 Stunden möglich, sofern wir das verstehen konnten. Die Damen von der Rezeption sprachen nämlich so gut wie kein Englisch, so wie auch die meisten anderen Gäste im Hostel.

Unser Frühstück verspätete sich, weil die Damen in ihre Serie vertieft waren 😀

Anscheinend waren wir überhaupt nicht im touristischen Viertel gelandet. Nach dem Check-in warfen wir einen Blick auf die Stadtkarte: 3,7 km bis zur nächsten BTS Station. Das ist die Skytrain in Bangkok, von der es zwei Linien gibt. Wir beschlossen die Strecke zu laufen, um die Gegend etwas besser zu erkunden. Kein Tourist weit und breit! Dafür überall sehr nette und aufgeschlossene Thailänder, die uns fröhlich zunickten und anlächelten.

Nach der Fahrt mit der BTS kamen wir nach einer Stunde an unserem Zielort an: dem Suan Chatuchak Wochenendmarkt. Dies ist ein riesiger Wochenendmarkt mit über 10 000 Ständen, der sich über eine Fläche von 1,13 m² erstreckt. Damit man sich nicht verläuft, sind am Eingang Informationsstände zu finden und Lagepläne ausgelegt. Der Markt wird sowohl von Touristen als auch Einheimischen besucht und man kann von Textilien bis zu Haustieren alles erwerben.

Wir wurden des Öfteren von Verkäufern angesprochen, jedoch fielen die Thailänder nie durch Penetranz auf, wie man es von anderen Urlaubsländern oft gewohnt ist. Ein Abwinken oder ein „No, thank you“ wurde sofort akzeptiert. Nach unserem ersten Pad Thai in geräuschvoller Streetfood-Kulisse ging es für uns zurück ins Hostel. Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass wir von unserem ersten thailändischen Essen geschmacklich etwas enttäuscht waren, aber vielleicht finden wir morgen etwas besseres. 💪

Mittlerweile war es schon 22 Uhr und wir waren schon zu lange auf den Beinen, um die 3,7 km von der BTS Station wieder zurückzulaufen. Wir guckten uns auf der Landkarte die nächste Busstation an, konnten diese aber nirgendwo finden. Also fingen wir an die vorbeikommenden Leute nach dem Weg zu fragen: „Do you know where the bus station is?“ Dies versuchten wir bei ungefähr 4-5 Leuten erfolglos. Alex hätte bei einem Pantomime Wettbewerb bestimmt einen Preis gewonnen für seinen nachgemachten Bus, aber von den Thailändern verstand uns niemand. 😂

Sogar als wir den thailändischen Namen der Bushaltestelle zeigten, wurden wir in verschiedene Richtungen geschickt. Also liefen wir einfach der Nase nach und versuchten auf eigene Faust die Haltestelle zu finden. Wir fanden ein blaues Schild, auf dem „bus“ markiert war, jedoch war auf keinem Schild die Buslinie erkennbar, die wir suchten. 🥵

Wir waren so auf unsere Suche konzentriert, dass wir plötzlich von unserem Hostel standen. Es war mittlerweile schon 00.30 Uhr.

Kurze Zeit später fanden wir übrigens heraus, dass die Busstation nur aus zwei miteinander verbundenen Stangen besteht.

Abschließend ist noch zu sagen, dass wir uns trotz der späten Tageszeit nie in Gefahr oder bedroht fühlten. Selbst in noch so kleinen Gassen begegneten uns die Thailänder immer sehr respektvoll und freundlich.

Fun Fact Bangkok

Zum Schluss gibt es noch einen FunFact über Bangkok. Die Thais würden ihre Stadt nie „Bangkok“ nennen. Im Volksmund heißt die Stadt „Krung Thep“, was übersetzt soviel wie „Stadt der Engel“ bedeutet.

„Krung Thep“ ist die Abkürzung für „Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit“. Damit hat Bangkok den längsten Stadtnamen und steht damit sogar im Guinessbuch der Rekorde!

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